Raupen mit gesundheitsschädlichen Härchen besetzen in Amberg Eiche um Eiche
Spinner breiten sich rasant aus

Nach der Köferinger Straße ist an der Friedrich-Ebert-Straße ein weiterer Spielplatz vom Eichenprozessionsspinner befallen. Während Ersterer vergangene Woche von einer Spezialfirma gereinigt und anschließend wieder freigeben wurde, ist das Areal auf der Oberen Hockermühle auf der betroffenen Seite erst seit gestern gesperrt. Die Stadt warnt dringend davor, den mit Trassierbändern und Schild abgegrenzten Bereich zu betreten. Bild: tk

Das Bergfest ist vorbei, die Spinner sind geblieben. Also, die auf den Bäumen, vor allem am Philosophenweg. Dort hat sich wie berichtet der Eichenprozessionsspinner eingenistet und drohte zur Gefahr für Bergbesucher zu werden. Erwischt wurde in den vergangenen Tagen offenbar niemand, der Stadt sind keine Fälle von Hautreizungen bekannt geworden.

Das gilt zumindest fürs Bergfest und die angrenzenden Bereiche, wo sich eben die Raupen auf etlichen Eichen ausgebreitet haben und die Befürchtung nähren, sie könnten dort mit ihren Nesselhaaren Passanten treffen. Wie gemeldet, enthalten die mikroskopisch kleinen Härchen mit ihren Widerhaken das Eiweißgift Thaumetopoein. Weil sie auch im Wind leicht brechen und dann durch die Luft fliegen, können sie eingeatmet werden und mit der Haut in Berührung kommen. Entzündliche oder allergische Reaktionen, bei Betroffenen sogar Asthmaanfälle sind meistens die Folge.

Auch wenn am Berg die Besucher bislang offenbar ungeschoren davongekommen sind, hat sich das Raupen-Problem mittlerweile auf mehrere Teile des Stadtgebiets ausgebreitet, wie Rathaus-Sprecherin Susanne Schwab bestätigt. An besonders gefährdeten Stellen ist das städtische Grünflächenamt in den vergangenen Tagen auch tätig geworden. Und zwar am Maxplatz, im Stadtgraben beim Basteisteg, im Sportpark hinterm TC am Schanzl sowie auf dem Spielplatz an der Köferinger Straße.

Zwei Mitarbeiter betroffen


Hier wurden meist an einzelnen Bäumen - jeweils zwei bis fünf, beim Tennisclub auch im Gras drumherum - die Raupen samt Larven und Gespinsten abgesaugt, wie Grünplaner Thomas Blank vom Bauamt informierte. Das hat nach seiner Auskunft Ende letzter Woche ein Spezialunternehmen für Schädlingsbekämpfung aus Nürnberg gemacht, das seine Arbeit mit langen Saugrohren und in Vollschutzanzügen verrichtete.

Und die Firma wird so bald wie möglich noch einmal nach Amberg kommen müssen. Erst am Montagnachmittag wurde der Stadt nämlich auch am Spielplatz an der Friedrich-Ebert-Straße Befall auf einigen Eichen gemeldet. Etwa die Hälfte des Areals ist seit gestern mit Trassierbändern und Schildern abgesperrt und sollte laut Blank auf keinen Fall betreten werden, solange die Gefahr nicht beseitigt ist. Dass durchaus ein Gesundheitsrisiko besteht, belegen nach seinen Worten die Fälle zweier städtischer Mitarbeiter. Einer kam bei einer Baumpflegeaktion am Philosophenweg mit den Nesselhaaren in Berührung - dadurch wurde das Problem dort überhaupt entdeckt.

Mit Ausschlag ins Klinikum


Der andere mähte beim Schanzl Rasen, wirbelte die Härchen gewaltig durch die Luft und bekam dadurch laut Blank "am ganzen Körper Ausschlag". Dieser Mann wurde sogar ins Klinikum eingeliefert, blieb dort eine Nacht stationär. Der Grünplaner lässt keinen Zweifel daran, dass die Verbreitung nach nur einer Stelle 2014 und dreien im vergangenen Jahr heuer in Amberg erneut zugenommen hat. Wobei die bislang seit Frühjahr eher kühle und regnerische Witterung eine noch heftigere Vermehrung gebremst habe.

Vor diesem Hintergrund denken die Fachleute der Stadt laut Blank bereits darüber nach, ob man heuer befallene Bäume fürs nächste Jahr nicht prophylaktisch behandeln lässt. Dabei würde ein chemisches Mittel verhindern, dass sich die Eichenprozessionsspinner häuten. Ist diese Entwicklung unterbrochen, sterben die Tierchen, bevor sie ihre gefährlichen Härchen produzieren. (Angemerkt)
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