Regionalentscheid von Jugend debattiert
Das beste Argument zählt

Luca Hajek, Paul Pitterlein, Lisa Ortner und Lars Meier (von links) standen sich im Finale des Regionalentscheids von Jugend debattiert gegenüber. Sie traten in der Altersgruppe der Zehnt- und Elftklässler an. Über die Idee, mobile Wahlkabinen in Supermärkten aufzustellen, führten sie eine eloquente Diskussion. Aus der Pitterlein als Erster und Hajek als Zweite hervorgingen. Bilder: pwom (2)
 
Die Finalisten des Regionalentscheids (von links): Luisa Alesch (EG), David Shove (LG), Paul Pitterlein (CJT), Luca Hajek (EG), Marilena Strauß (CJT), Katharina Riedl (MRG), Lisa Ortner (LG) und Lars Meier (LG).

Der Startschuss fiel in der Form einer Anspielung auf einen alten Skifahrer-Gruß: "Hals- und Stimmbruch!" Danach durfte munter drauf los gestritten werden. Möglichst zivilisiert und fundiert. Regionalentscheid von Jugend debattiert.

(pwom/pwim) Das Erasmus-Gymnasium war heuer Ausrichter dieses Wettbewerbs. "Möge der Beste gewinnen, und die anderen sollten nicht vergessen: Dabei sein ist alles", wünschte der Schulleiter Oberstudiendirektor Peter Seidl nach seiner launigen Eröffnungs-Losung am Mittwoch dem Wettstreit einen guten und fairen Verlauf.

Für die Region Mittelfranken-Ost/Oberpfalz-Nord legten sich das Laufer Christoph-Jacob-Treu- (CJT), Sulzbach-Rosenberger Herzog-Christian-August- (HCA), das Altdorfer Leibniz- (LG) und aus Amberg das Erasmus- (EG), Max-Reger- (MRG) und Gregor-Mendel-Gymnasium (GMG) ins Zeug. Die Lehrerinnen Brigitta Biehler und Nicole Druckseis (beide EG) organisierten diesen Tag und hatten ihre Schüler darauf vorbereitet. Druckseis hält versiertes Debattieren für sehr sinnvoll: "Die Kinder lernen, ihre Meinung sachlich, fundiert und fair zu vertreten. Das zeigen sie auch bei Diskussionen in anderen Unterrichtsfächern."

Pro oder Contra?


Im Finale der Mittelstufe konnten David Shove (LG) und Luisa Alesch (EG) die Jury mit ihrer Argumentation überzeugen. "Eltern kennen ihre Kinder am besten", positionierte sich Alesch vor dem Hintergrund der Fragestellung "Sollen Eltern in Bayern frei entscheiden dürfen, welche weiterführende Schule ihre Kinder besuchen?". Am Ende hatte das Pro-Seiten-Duo Shove/Alesch die besseren Diskussions-Karten als Katharina Riedl (MRG) und Marilena Strauß (CJT), entschied die Jury.

Die Endrunde in der Oberstufe sicherten sich Paul Pitterlein (CJT) und Luca Hajek (EG). Sie diskutierten mit Lars Meier und Lisa Ortner (beide LG) die Frage, "Soll bei Kommunal- und Landtagswahlen die Stimmabgabe auch in Einkaufszentren und Supermärkten ermöglicht werden?". Ihre Begründung für die Einführung von mobilen Wahlkabinen unter anderem: "Wahlen betreffen uns alle", oder "Wir sollten mit der Zeit gehen".

Der letztendlich Erstplatzierte Laufer Gymnasiast Paul Pitterlein freute sich über seinen Sieg im Finale und kann dem Debattieren nur Positives abgewinnen: "Die rhetorischen Fähigkeiten werden geschult und ich habe gelernt, selbstbewusster mit Kritik umzugehen."

München gesichert


Die vier Besten aus dem Finale dürfen nun zum Landesentscheid nach München fahren. Zuvor bekommen alle Regionalsieger die Gelegenheit, gemeinsam in einem Seminar zu trainieren. Wer dann in München die besten Argumente hat, schafft es zum Bundesentscheid in Berlin. Das gelang im vergangenen Jahr Julian Prechtl vom EG. Er war auch heuer zur Unterstützung der Teilnehmer da, saß beim Finale aber in der Jury.

Ablauf und Regeln
Die Jugendlichen erhalten die Diskussionsthemen zehn Tage vor dem Wettstreit.

In jeder Debattierrunde gibt es vier Teilnehmer. Zwei auf der Pro- und zwei auf der Contra-Seite.

Für welche Seite sich die Debattanten aussprechen müssen, wird ausgelost.

Notizen sind nicht erlaubt, erst während der Diskussion darf mitgeschrieben werden.

In der Eröffnungsrunde hat jeder zwei Minuten Zeit, seinen Standpunkt zu erläutern.

Die freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Hier dürfen alle Teilnehmer argumentieren und aufeinander eingehen.

Am Ende hat jeder noch einmal eine Minute Zeit für eine Stellungnahme und ein Schlusswort.

Die Zeitfenster werden mit einer Glocke angekündigt.

Bewertet werden die Teilnehmer von einer drei- bis fünfköpfigen Jury, bestehend aus Lehrern und Schülern.

Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft werden beurteilt.


Drei Fragen
Die Elftklässlerin Luca Hajek vom Erasmus Gymnasium wurde beim Regionalwettbewerb von Jugend debattiert Zweite im Finale der Oberstufe und darf nun zum Landesentscheid nach München fahren.

Wie hat dir die Themenauswahl gefallen?

Hajek: Ich finde, die Themen waren recht schwierig, weil ich mich vorher noch nie mit diesen Fragen befasst habe. Aber dann hat es Spaß gemacht.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse, die du hier als Mitstreiterin erlangt hast?

Hajek: Ich habe gelernt, frei zu sprechen und durch Ausstrahlung, Auftreten und Worte andere zu überzeugen.

Haben dir deine Debattierfähigkeiten im alltäglichen Leben schon einmal geholfen?

Hajek: Auf jeden Fall. Ich kann dadurch offener auf andere Menschen zugehen und meine Meinung besser vertreten und durchsetzen.
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