Reinhard Schober neuer Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Amberg
Chef mit Verzögerung

Einen grünen Stift hatte Präsident Matthias Leckel (links) für Reinhard Schober als neuen Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Amberg dabei. Bild: gf

"Der Chef schreibt grün." Deshalb überreichte Matthias Leckel, der Präsident des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, an Reinhard Schober das grüne Schreibutensil.

Theuern/Amberg. Der Regierungsrat und Diplom-Verwaltungswirt Schober ist der neue Leiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Amberg. Er wurde am Mittwoch im Schloss Theuern offiziell in sein Amt eingeführt. Dazu erschienen Vertreter der Kommunen mit Bundeswehrstandorten, Behördenleiter und die Bundeswehr, an der Spitze Brigadegeneral André Bodemann, der Kommandeur der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" Amberg, sowie Vertreter der US-Streitkräfte aus Grafenwöhr und Hohenfels.

Als humorvoll entpuppte sich Präsident Matthias Leckel mit dem Hinweis, dass er als Hanseat über seine Frau ein Dauervisum für Bayern habe. Das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in Amberg sei sicher nur eines der vielen kleinen Rädchen im Getriebe, aber ohne diese Rädchen sei die Wehrbereichsverwaltung funktionsunfähig.

Hilfe für Flüchtlinge


Seit 2015 stehe die Bundeswehr neuen Herausforderungen gegenüber, denn Deutschland habe über eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Viele Hilfsorganisationen und Ehrenamtliche hätten beispielhaften Einsatz bei deren Unterbringung und Versorgung geleistet, auch die Bundeswehr habe im Oktober 2015 die Bereitstellung von zusätzlichen 40 000 Plätzen zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden zugesagt. Bis heute sei diese Zahl aber schon weit übertroffen worden. In den Liegenschaften des Bundes gebe es 155 125 Unterbringungsplätze, davon 46 520 in Bundesimmobilien. In Spitzenzeiten hätten über 9000 Soldaten und Zivilbeschäftigte geholfen. Derzeit seien noch 4000 im Einsatz. Leckel betonte, dass die Bundeswehr auch in Zukunft die Länder bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise unterstützen werde.

Die weltpolitische Lage zwinge auch die Bundeswehr zu vielfältigen Auslandseinsätzen; hinzu kämen Aufgaben im Kampf gegen den IS. Aufgabe der BW-Dienstleistungszentren sei eine optimale Betreuung der militärischen und zivilen Angehörigen. Reformen hätten dazu geführt, dass von 200 Standortverwaltungen, die es nach der Wiedervereinigung gab, ab 2018 nur noch 41 Dienstleistungszentren betrieben werden. Amberg sei mit etwa 500 Beschäftigten für acht Standorte in der Oberpfalz und Oberfranken zuständig.

Reinhard Schober habe es geschafft, so Leckel, dass bei der Schließung des Bundeswehr-Krankenhauses 280 Bedienstete sozialverträglich untergebracht worden seien. 70 davon habe er "in einer Nacht-und-Nebel-Aktion" dem Fachsanitätszentrum Kümmersbruck zugeteilt.

Der stellvertretende Landrat Franz Birkl bestätigte der Bundeswehr gute Kontakte zu den Landkreiskommunen. OB Michael Cerny bezeichnete das BW-Dienstleistungszentrum als wichtigen Arbeitgeber in der Stadt Amberg, die heuer das Jubiläum 300 Jahre Garnisonsstadt feiern könne.

Brigadegeneral André Bodemann sagte, er sei hochzufrieden mit der Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Dienstleistungszentrum. Unbürokratisch habe man die Militärhistorische Sammlung erhalten können. Er freue sich auf eine gedeihliche Zusammenarbeit mit Reinhard Schober. Der Personalratsvorsitzende Herbert Marx wünschte Schober stets eine glückliche Hand bei seinen Entscheidungen.

Weiter "einer der Ihren"


Ob so viel Lob bei der Amtseinführung gut sei, bezweifelte Schober. Er versicherte seinen Mitarbeitern, dass er "einer der Ihren" bleiben werde. Als stellvertretender Behördenleiter sei er zufrieden gewesen. Was helfe die tollste Karriere, wenn man von der hohen Karriereleiter direkt einige Stockwerke tiefer in einer schon mit Blumen geschmückten Grube lande? Mit dem neuen Amt habe er sich dank der Mitarbeiter, Interessenvertreter und der Chefrunde unter Leitung von Brigadegeneral Bodemann angefreundet.

Laut Schober ist die Ressource Soldat ein knappes Gut, das nicht mit Bürokratie verschwendet werden darf. Immer schwieriger werde es, geeigneten Nachwuchs für einen Beruf zu finden, bei dem man im Zweifel auch das Leben riskiere. Musikalisch wurde die Amtseinführung vom Reservistenmusikzug Oberpfalz unter Leitung von Stabsfeldwebel Christian Ziegler gestaltet.

Zur PersonReinhard Schober (51) wohnt in Iber (Gemeinde Hahnbach). Ab 1983 absolvierte er bei der Standortverwaltung Bayreuth den Vorbereitungsdienst für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst in der Bundeswehr und war nach dem Grundwehrdienst beim Kreiswehrersatzamt in Weilheim Sachgebietsleiter II 3. Ab 1990 arbeitete er für elf Jahre bei der Wehrbereichsverwaltung VI in München. 2001 wurde Schober zum BW-Dienstleistungszentrum Amberg versetzt, war Teilbereichsleiter Personalmanagement, dann ab 2014 kommissarischer Leiter. Seit Dezember 2015 ist er der Leiter des örtlichen BW-Dienstleistungszentrums. Schober ist ehrenamtlicher Richter beim Arbeitsgericht Schwandorf. Seine Leidenschaft für den Fußball hat auch sein Sohn Stefan geerbt, der Torwart des Regionalligisten FC Amberg. (gfr)
Als Hanseat habe ich über meine Frau ein Dauervisum für Bayern.Matthias Leckel
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