Reliquie erster Klasse
Haare von Johannes Paul II.

Pfarrer Maciej Kolanowski (links) und Regionaldekan Stadtpfarrer Gradl präsentieren die Reliquienmonstranz mit der Reliquie von Papst Johannes Paul II., die für die Stadtpfarrkirche Hl. Familie bestimmt ist. Bild: jac

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer war vor einem Jahr zur Weihe einer neuen Glocke in die Pfarrei Hl. Familie gekommen. Nun steht am Bergsteig in einigen Tagen das nächste besondere religiöse Ereignis bevor.

Amberg. (jac) Die Pfarrei und die Gemeinde der Polnischen Katholischen Mission erhalten für ihre Kirche eine Reliquie des 2005 verstorbenen Papstes Johannes Paul II.; Reliquie leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet soviel wie Zurückgelassenes oder Überbleibsel. Es handelt sich um ein Fragment eines Körperteiles oder des Besitzes eines Heiligen.

"Reliquie erster Klasse"


"Wir erhalten eine Haar-Reliquie des heiligen Papstes Johannes Paul II., also eine Reliquie erster Klasse", berichtet Pfarrer Maciej Kolanowski, Leiter der Katholischen Polnischen Mission. Auf Vermittlung von Kolanowskis Heimatdiözese Thorn in Polen hat der römische Postulator für das Heiligsprechungsverfahren von Johannes Paul II., Monsignore Slawomir Oder, die Reliquie für die Kirche Hl. Familie als Pfarrkirche und Kuratiekirche der Polnischen Mission zur Verfügung gestellt. Die Reliquie ist in einer sogenannten Monstranz gefasst und wird den kirchlichen Grundsätzen gemäß als Geschenk überlassen - Handel und Verkauf von Reliquien sind nämlich streng verboten.

"Wir freuen uns sehr über dieses Geschenk. Gerade in diesem heiligen Jahr der Barmherzigkeit ist der Erhalt der Papst-Reliquie ein besonderes Ereignis für unsere Pfarrei und die polnische Gemeinde", sagt der für den Bergsteig zuständige Stadtpfarrer Ludwig Gradl aus der Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit. Schon bei den Bemühungen um die neue Papst-Glocke habe sich viel deutsch-polnischer Gemeinschaftssinn gezeigt. "Dieses Ereignis nun lässt uns sowohl als zwischenmenschliche Gemeinschaft wie auch als Glaubensgemeinde weiter zusammenrücken", sagt Gradl. Die Reliquienmonstranz wird in der Pfarrkirche Hl. Familie einen besonderen Platz finden. Am linken Seitenaltar wird ein Bronzeschrein mit verglasten Seitenelementen die Errungenschaft aufnehmen. Auf Vermittlung von Pfarrgemeinderatssprecher Carsten-Armin Jakimowicz hatte der Künstler Engelbert Süss aus Pfreimd einen Entwurf für diesen Schrein ausgearbeitet und wurde dann auch für die Umsetzung beauftragt. "Herr Süss hat bereits ein Reliquiar für eine Papst-Reliquie in Regensburg geschaffen. Uns Ambergern ist er auch als Schöpfer des Hochzeitsbrunnens am Marktplatz bekannt", informiert Jakimowicz. "Darüber hinaus erhält unsere Pfarrei einen zweiten, ähnlich gestalteten Schrein, der am rechten Seitenaltar ein würdevollen Aufbewahrungsort für die heiligen Öle ist."

Sonntag ab 10 Uhr


Die gottesdienstliche Feier, bei der die Reliquie in die Pfarrkirche und an ihren dortigen Aufbewahrungsort gebracht wird (dieser Ritus wird Translation oder Erhebung genannt), findet am Sonntag, 10. Juli, während eines Pontifikalamtes um 10 Uhr statt. Eigens dazu kommt der Diözesanbischof des polnischen Bistums Thorn, Dr. Andrzej Suski, auf den Bergsteig.

Gradl vertritt in seiner Eigenschaft als Regionaldekan den Bischof Rudolf Voderholzer. Zu diesem besonderen Gottesdienst, der in deutscher und polnischer Sprache gefeiert wird, sind laut Jakimowicz alle interessierten Gläubigen aus den Nachbarpfarreien und dem Umland eingeladen. Zudem besteht im Anschluss an die um 15 Uhr stattfindende Andacht auch eine Möglichkeit zur Einzelsegnung mit dem Reliquiar.
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