Reserveoffiziere der Panzerbrigade 12 aus ganz Bayern üben neue Taktiken im Feld
Keine Landkarte ersetzt Blick ins Gelände

Taktikausbilder Oberstleutnant Matthias Klotz (links) zeigte den Reserveoffizieren im Gelände den Verlauf der Verteidigungsstellungen. Stellvertretender Brigadekommandeur Oberst Maximilian Lindner (Dritter von links) freute sich über die hohe Beteiligung an der Übung. Bild: hbe

Ein anspruchsvolles Programm erwartete die Reserveoffiziere, die im Stab der Panzerbrigade 12 Oberpfalz im Einsatzfall ihren Dienst tun. Oberst Maximilian Lindner, stellvertretender Kommandeur und Beauftragter für Reservistenangelegenheiten, zeigte sich erfreut über die große Resonanz der Teilnehmer, die zu einer dreitägigen Informations- und Weiterbildungsveranstaltung in die Leopoldkaserne gekommen waren. Ein Großteil der Reservedienstleistenden wohnt bzw. arbeitet in Bayern. Die längste Anreise hatte allerdings ein Universitätsprofessor aus Hamburg.

Kampfbataillon verzögern


Der Schwerpunkt der Kurzübung lag für die knapp 50 Offiziere in der taktischen Weiterbildung. In einer vorgegebenen Lage sollte die Gefechtsart "Verzögerung" eines Kampfbataillons geübt werden. Oberstleutnant Matthias Klotz, ein versierter Taktikfachmann der Brigade, brachte die Teilnehmer in einem ersten Schritt auf den aktuellen Stand in der Taktiklehre und rief die Vorgehensweise für die komplexe Operationsplanung in Erinnerung. In Arbeitsgruppen ging es dann an die Auswertung des Auftrags und an die Vorbereitung einer Geländebesprechung am darauffolgenden Tag.

Schießwettkampf in Gailoh


An mehreren Beobachtungspunkten im Raum Schmidgaden/Stulln zeigte sich laut Presseinfo deutlich, dass ein noch so intensives und genaues Studium am Tisch einen direkten Blick ins Gelände nicht ersetzen kann. Schien anhand der Kartenlage ein Gewässerübergang an den vorgesehenen Stellen möglich, erwies sich beim Begehen des Areals dieser Schritt als nicht machbar.

Neben diesem eher theoretischen Teil bestand für die Reservisten die Möglichkeit, die geforderten Nachweise auf dem Gebiet der individuellen Grundfertigkeiten und der körperlichen Leistungsfähigkeit zu erbringen. Sie sind, wie bei den aktiven Soldaten, einmal jährlich vorgeschrieben. Beim Schießen mit Gewehr und Pistole auf der Standortschießanlage in Gailoh, das unter widrigsten Witterungsverhältnissen stattfand, erzielten die Teilnehmer beachtliche Ergebnisse. Es war verbunden mit einem Wettkampf um den Wanderpokal, den Oberst Lindner gestiftet hatte.

HintergrundInformationen aus erster Hand lieferte Oberst Bernd Holthusen, Inspizient für Reservistenangelegenheiten im deutschen Heer. In seinem Vortrag über die künftige Entwicklung der Reserve wies er auf den steigenden Bedarf an geeigneten Leuten hin. Ob Einsatz im Ausland oder Urlaubsvertretung am Heimatstandort - vonseiten der Bundeswehr würden sie sehr geschätzt. Um personelle Lücken in der Truppe schließen zu können, erfolge in den kommenden Jahren eine deutliche Anhebung der Reservedienstposten. Aktuell erhöhten sie sich laut Holthusen bereits von 2500 auf 3000. (hbe)
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