Richter spricht von erheblicher krimineller Energie
Latte an Einbrüchen auf dem Kerbholz

Gerade einmal volljährig und schon mit erheblicher krimineller Energie unterwegs: Nach 19 Einbruchsdelikten sind zwei junge Männer vom Amberger Jugendschöffengericht zu Freiheitsstrafen verurteilt worden. Nur einer bekam Bewährung. Nahezu eine halbe Stunde hatte zuvor Staatsanwalt Tobias Kinzler gebraucht, um die Anklageschrift zu verlesen. Anschuldigungen zuhauf und zwei Angeklagte, die sich weitgehend geständig präsentierten.

Das wurde ihnen nach zweitägiger Prozessdauer vom Jugendschöffengericht mildernd angerechnet. "Ansonsten hätten wir hier von ganz anderen Strafen geredet", unterstrich Richter Peter Jung.

Der 19-Jährige und sein ein Jahr jüngerer Freund, beide aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, hatten im November vergangenen Jahres vereinbart, auf Einbruchstour zu gehen. Was in den Wochen und Monaten danach geschah, war heftig. Sie packten Werkzeuge ein, knackten Türen und Fenster, gelangten oftmals auch in die Innenräume ihrer Diebstahlsobjekte.

Nächtliche Besuche


Es gab zwei größere Serien. Eine spielte sich in Sulzbach-Rosenberg ab, die andere in der Stadt Amberg. In Sulzbach-Rosenberg bekamen ab Dezember 2015 zahlreiche Geschäfte und mehrere Gaststätten unliebsamen nächtlichen Besuch. Darunter eine Bäckerei, ein Friseursalon, ein Spielcasino und das sogenannte Lilien-Center. Dabei entstand erheblicher Sachschaden. Zum Beispiel in einem Gasthaus am Annabergweg, wo Geldspielautomaten aufgebrochen wurden. Die Beute stand oftmals in keinem Verhältnis dazu. Nur in einem Fall betrug sie in der Herzogstadt über 1000 Euro.

Heuer im Februar begannen die jungen Männer mit einer weiteren Einbruchsserie in Amberg. Abermals nach der gleichen Vorgehensweise und erneut unter Zurücklassung gravierender Sachschäden. Gleich zweimal wurde ein Lokal in der Unteren Nabburger Straße heimgesucht. Einmal scheiterten die Täter an der Eingangstür, im zweiten Fall erbeuteten sie 1700 Euro.

Die von Polizeiermittlern aufgeklärte Serie führte unter anderem zu zwei Amberger Friseursalons, zu einer Imbissstube und zu der zwischenzeitlich nicht mehr existierenden Gaststätte "Parapluie" an der Raigeringer Straße. Dort nahmen die Diebe 650 Euro mit. Einbruchsmitteilungen kamen aber auch aus Arztpraxen, aus einem Stoffgeschäft und einer Pizzeria.

Als nun vor dem Jugendschöffengericht die Rechnung aufgemacht wurde, standen elf vollendete und acht versuchte Einbruchsdiebstähle unter dem Bilanzstrich. Bei einem der Täter spielten aber auch noch zwei Körperverletzungdelikte, begangen in Amberg und Sulzbach-Rosenberg, eine Rolle.

Einer bleibt in Haft


"Erhebliche kriminelle Energie", bescheinigte Richter Jung den Angeklagten. Einer von ihnen bekam zwei Jahre Gefängnis, die er nun absitzen muss. Bei ihm, der aus der U-Haft vorgeführt wurde, ordneten die Richter Haftfortdauer an. Sein Komplize erhielt 16 Monate mit Bewährung. Er muss 1000 Euro Geldauflage zahlen.

Das Urteil deckte sich weitgehend mit den Strafanträgen von Staatsanwalt Tobias Kinzler. Die Anwälte Werner Greißinger und Michael Trummer hatten am Ende der beiden Verhandlungstage Bewährungsstrafen für ihre Mandanten verlangt.
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