Richtfest für Anbau an Mehrgenerationenhaus
Wunsch: 100 Jahre in der Bude

Mit Patricia Weiner freuten sich (von links) Dekan Ludwig Gradl, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Dieter Meier, OB Michael Cerny und Architekt Horst Kraus, dass der Richtbuschen über dem Anbau weht. Bild: Hartl
 

"Ich wünsche euch alles Gute und 100 Jahre in der Bude", sagte Bautechniker Reinhold Lang, bevor er das Sektglas in den Rohbau feuerte. Die Elternschule feierte Richtfest - der An- und Umbau soll vor allem eines bringen: mehr Platz für Aktivitäten im Mehrgenerationenhaus.

Auch wenn drinnen momentan Chaos herrscht, die Freude über mehr Platz ist Vorsitzender Patricia Weiner und ihren Mitstreitern anzusehen. "Meine Kolleginnen haben in den letzten zwei Wochen Großartiges geleistet", lobte sie deren Engagement für die Maßnahme. Entstehen wird ein zweistöckiger Bau zum Amselweg hin, der Altbau bekommt eine neue Raumaufteilung.

So wird es künftig eine Anmeldung mit Theke geben, aus dem bisherigen kleinen Gruppenraum werden Büros für die Verwaltung und die Leitung. Eine neue Küche ist geplant, sie wird mit einer Durchreiche zum Café-Bereich versehen. "Wir kochen ja auch für die Kinder und die Senioren", informierte Patricia Weiner. Der bisherige Kinderbetreuungsbereich wurde um einen weiteren Raum erweitert - dort könnten die Kleinsten zum Schlafen gelegt werden, aber man könnte sich auch mit Kindern zurückziehen, die beispielsweise in Ruhe ein Buch anschauen möchten. Für die Sport- und Turnangebote steht ebenfalls ein eigener Raum zur Verfügung. Stolz ist Patricia Weiner, dass die Außenanlage schon fast fertig ist. Aus dem einst hügeligen Gelände ist ein ebenerdiges Areal geworden. Momentan fehlen noch der Zaun und das Sonnensegel. Die Sitzecke wird Patricia Weiner selbst neu streichen. "Wir machen aus Kostengründen so viel wie möglich selber", informiert sie. Und mit dem Richtbuschen, dessen Bänder seit gestern im Wind flattern, ist wieder eine Etappe der Maßnahme geschafft. "Der Rohbau ist uns gut gelungen, wir sind zufrieden mit unserem Werk", zeigte sich Bautechniker Reinhold Lang von der Firma Kloss-Bau (Kümmersbruck) zufrieden. (Angemerkt/Hintergrund)

Ein Pfeiler der Gesellschaft

Von Kristina Sandig

Es sind zentrale Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein neues nachbarschaftliches Miteinander in einer Kommune: Das ist die offizielle Definition von Mehrgenerationenhäusern. Eines davon steht in Amberg.

Die Idee dahinter ist relativ simpel: Jüngere helfen Älteren und umgekehrt, jeder ist willkommen, voneinander lernt man, miteinander macht man was. Das ist genau das, was früher Großfamilien ausmachte. Doch die Tatsache, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben (drei, vielleicht sogar vier - von der Uroma bis zum Urenkel), ist längst die Ausnahme geworden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vor allem eines ist dafür erforderlich: ganz viel Toleranz, denn jede Generation hat ihre eigenen Ansichten, ihre eigenen Bedürfnisse.

In einem Mehrgenerationenhaus, wie es die Elternschule in Amberg betreibt, ist dies nicht anders. Viele Interessen sind unter einen Hut zu bringen, denn wohlfühlen sollen sich alle - vom Kind bis zum Senior. Doch das wiederum ist ein Vorteil: Rücksichtnahme im Alltag wird gelebt. Die vielen Angebote des Mehrgenerationenhauses der Elternschule leisten in vielen Bereichen wertvolle Hilfe - damit ist und bleibt die Einrichtung ein wertvoller Pfeiler in der Gesellschaft, auch wenn diese ein bisschen individueller geworden ist, als sie früher war.

kristina.sandig@derneuetag.de

Hintergrund

Ideale Lage, gute Infrastruktur

Amberg. (san) Auf rund 250 000 Euro werden die Kosten für den An- und Umbau im Mehrgenerationenhaus der Elternschule am Amselweg geschätzt. Um diese Maßnahme an ihrem Gebäude zu finanzieren, hat die Elternschule nach Angaben ihrer Vorsitzenden Patricia Weiner unter anderem Bausteine verkauft. "Den Grundstock dafür hat die Sparkasse mit einem Betrag von 8000 Euro gelegt", zeigte sie sich beim Richtfest sehr dankbar.

Zunächst hatte die Elternschule mit dem Gedanken gespielt, sich etwas Neues zu suchen und ihr bestehendes Haus zu verkaufen. "Aber wir haben leider nichts gefunden, was geeignet war", bedauerte Weiner. "Da blieb uns nichts anderes übrig, als an- und umzubauen", sagte sie.

Grundsätzlich ist sie sehr zufrieden mit dem Standort. "Die Lage ist ideal, wir haben auch eine gute Infrastruktur", zählte sie die Vorzüge auf. Die nächsten Mehrgenerationenhäuser befinden sich in Grafenwöhr und Maxhütte-Haidhof.
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