Rollstuhlfahrer kann gehen

Etwas seltsam habe sich das zunächst schon angehört, räumte Polizeisprecher Hans-Peter Klinger ein. Am Donnerstagnachmittag hatte sich ein Amberger (57) an die Inspektion gewandt und sie über eine nicht alltägliche Beobachtung informiert. Ihm war aufgefallen, dass ein älterer Herr, der seit einiger Zeit beim Oberen Apothekergässchen im Rollstuhl sitzend bettelte, zwischendurch mehrmals zu einer nahen Baustelle gefahren war. Dort sei er plötzlich ganz normal aufgestanden, habe sich einige Meter bewegt - und an der Absperrung an die Hauswand uriniert. Danach setzte er sich wieder in sein Gefährt, rollte zurück und bat erneut um milde Gaben.

Bei der Überprüfung stellte sich laut Klinger heraus: Der 61-jährige Rollstuhl-Benutzer, der aus der Slowakei stammt, hatte sich vor einiger Zeit auf die etwa 800 Kilometer lange Reise zu einem Freund im Dreifaltigkeitsviertel begeben. Dort ist er seitdem auch untergekommen. Mit dem Betteln, verdiene er sich ein Zubrot. Die Beamten wiesen den Mann an, künftig eine öffentliche Toilette zu benutzen. Außerdem leiteten sie ein Bußgeldverfahren ein. Der Slowake gab Klinger zufolge zu, dass er nicht auf den Rollstuhl angewiesen sei.
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