Rund 5000 Besucher feiern Megaparty auf dem Marktplatz
Ambergs Hexenkessel zur Hexennacht

Die Straßenwacht gibt Vollgas.
 
Gut und gern 5000 Besucher legten sich wieder voll ins Zeug und feierten auf dem Marktplatz ausgelassen die 15. Amberger Hexennacht. Bilder: brü (6)

Es ist 17 Uhr. Die Ruhe vor dem Sturm. Besser gesagt ist es ein Orkan, den Tausende Faschingsfans am unsinnigen Donnerstag auf dem Marktplatz entfachen werden. Schon seit Stunden sind dort Dutzende Helfer mit den Vorbereitungen beschäftigt, damit die Party so richtig abgehen kann.

Mittendrin im Getümmel ist Thomas Eichenseher. Der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins ist zusammen mit Melanie Gruber hauptverantwortlich für die Organisation des Open-air-Spektakels. Und so kurz vor der Eröffnung merkt man ihm die Anspannung an. "Das Wetter ist absoluter Mist", blickt er sorgenvoll gen Himmel - in die Wand aus Schneeflocken, die seit Stunden für nasskaltes Wetter sorgt. "Abgesehen davon sind wir bestens vorbereitet", versucht er Bedenken und die Niederschlagswolken zu vertreiben.

Im Hintergrund viel Neues


Tatsächlich sind die Sicherheitsmaßnahmen heuer noch einmal erhöht worden. Neben mehr Security-Personal stehen neue Wellenbrecher vor der Bühne, die ebenfalls anders ist als sonst. "Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren mit einem Anhänger haben wir uns diesmal für eine professionell aufgebaute Bühne entschieden", erläutert Eichenseher. Auch hier laufen gerade die letzten Vorbereitungen für die Band.

D' Quertreiber sind ja alte Hasen bei dieser Megafeier - das heißt, diesmal sind sie Cowboys und Indianer. Schon zum elften Mal stehen sie bei der Hexennacht auf der Bühne. Aber für Torsten Donhauser, Florian und Berthold Meier, Stefan Übler und Bene Schleicher ist der Auftritt vor Tausenden Leuten am Marktplatz jedes Mal eine "Herausforderung". "Nein, nervös sind wir nicht mehr", sagt Torsten Donhauser, spricht aber von einer "gewissen Anspannung, gepaart mit viel Freude, dass wir hier gleich wieder loslegen dürfen." Seine Bandkollegen schließen sich dem an, auch Tontechniker Stefan Zapf und Lichttechniker Markus Hollweck sind gerüstet. Der Ton läuft eh schon seit gut einer Stunde rund, der Soundcheck ist abgeschlossen. "Und die Lichtshow wird sensationell", verspricht Hollweck.

Mit "Mir san a bayrische Band" legen die Quertreiber dann knapp einer Viertelstunde nach dem offiziellen Beginn gleich mächtig los - die 15. Auflage der Amberger Hexennacht geht an den Start. Der vorhergehende Kindertanz hatte etwas länger gedauert, Oberbürgermeister Michael Cerny wünschte einen tollen Abend. Das Bayerische Fernsehen übertrug den Auftakt mit dem Tanz der Hexen zur Musik von Heinz und Erich live in seine Abendschau.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Feierwütigen zu diesem Zeitpunkt noch überschaubar, was sicher dem nasskalten Wetter geschuldet ist. Für die meist mit Regenschirm bewaffneten Besucher, die von der Bahnhofstraße zum Zentrum kommen, bietet sich gleich der Getränkestand neben der Bühne an, um dort die ersten "wärmenden" Getränke zu nehmen, wozu natürlich auch das eine oder andere Schlückchen Alkohol gehörte. Hinter dem von Round Table betriebenen Tresen stehen Michael Möllinger, Markus Schuller, Michael Golinski, Michael Holdschulze und Franz Kummert. "Schauen wir mal, wie es wird", sagt Kummert mit skeptischem Blick aufs Wetter. An weiteren Ständen von Rotaract, Junger Union, Soroptimist International Amberg-Sulzbach, Pizzeria Imperatore, Metzgerei Hottner, Café Zentral und Colomba herrscht zum Auftakt die selbe Gefühlslage.

Quertreiber heizen voll ein


Doch die Quertreiber heizen ordentlich ein, rocken, was das Zeug hält und schaffen es locker, Stimmung und Schneegestöber "aufzutauen". Mit "Amberg - hex, hex" und "Wo sind die Hände?" animiert Donhauser das Publikum fast schon im Minutentakt - mit Erfolg, viele lassen sich gerne mitreißen und trotzen den anfänglichen Wetterunbilden. Sie klatschen, hüpfen, tanzen, singen mit. Nach zwei Stunden ist der Marktplatz endgültig zum Tollhaus geworden, zumal nun auch der Niederschlag weg und die Fangemeinde in riesiger Zahl da ist. Jetzt gibt es fast kein Durchkommen mehr.

Direkt neben der Bühne steht immer noch Thomas Eichenseher. Er wirkt inzwischen gelöster, wenngleich die Anspannung noch nicht ganz gewichen ist. Schließlich liegen noch gut zwei Stunden Programm vor ihm und allen Helfern. Dennoch freut sich der Vorsitzende des Stadtmarketingvereins: "Gott sei Dank hat es aufgehört zu schneien. Und jetzt läuft es." Auch ein paar Meter entfernt von ihm, am Getränkestand, zeigt man sich zufrieden. Da müssen die Kräfte gar nicht mehr fragen, wer was zu trinken will. Das geht schon fast mit Augenkontakt und im Eiltempo, was bei Tausenden durstigen Kehlen auch nötig ist. Es läuft im doppelten Wortsinn prächtig und wird am Schluss wieder etwas länger, bevor die meisten Gäste den Weg vom Marktplatz zu weiteren Faschingsevents in die Amberger Kneipen hinein machen. Thomas Eichenseher resümiert schließlich: "Der Anfang war nicht gut. Wie befürchtet, hat uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht". Stefan Übler von den Quertreiber ergänzt: "So ein Mistwetter hatten wir hier noch nie. Aber als es dann endlich aufgehört hat, war es wieder der absolute Wahnsinn, mit all den vielen Leuten hier zu feiern. Genial!"

"Alles richtig gemacht"


Das finden am Ende auch Eichenseher und Melanie Gruber: "Ich denke, wir haben auch heuer wieder alles richtig gemacht. Gut, der Umsatz an den Ständen ließ zunächst zu wünschen übrig. Ich hoffe aber, das konnte in den letzten zwei Stunden kompensiert werden. Denn ab 20 Uhr war es ja wieder die Riesensause, für die unser Amberg bekannt ist."
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