Schenkelhalsbruch - wie geht's weiter?
Verletzungen im hohen Alter vermeiden

Die typischen Verletzungen reichen dabei von Handgelenks- über Oberarm- oder Schulter- bis hin zu Wirbelbrüchen.
 
Oft gerät das Leben dann aus der Bahn, denn im hohen Alter bedeuten ein Sturz und ein daraus resultierender Knochenbruch oft den Verlust von Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Jedes Jahr stehen beim Gesundheitsforum der Volkshochschule und des Klinikums St. Marien unterschiedlichste Themen im Mittelpunkt. In dieser Woche hieß es: "Schenkelhalsbruch - wie geht es weiter?"

Amberg. Den Anfang machten Dr. Robert Bauer, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, und Dr. Jens Trögner, Chefarzt für Geriatrie und Frührehabilitation. Sie stellten das Zentrum für Alterstraumatologie vor, das es unter der Leitung der beiden Chefärzte seit 2015 gibt. Hier werden laut einer Mitteilung aus St. Marien ältere Patienten behandelt, die eine Verletzung (wie beispielsweise einen Knochenbruch) erlitten haben: Gerade ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, zu stürzen und sich dabei schwer zu verletzen.

Verlust von Lebensqualität


"Die typischen Verletzungen reichen dabei von Handgelenks- über Oberarm- oder Schulter- bis hin zu Wirbelbrüchen", wusste Dr. Bauer zu berichten. Der Schenkelhalsbruch komme bei älteren Patienten mit Abstand am häufigsten vor. "Oft gerät das Leben dann aus der Bahn, denn im hohen Alter bedeuten ein Sturz und ein daraus resultierender Knochenbruch oft den Verlust von Selbstständigkeit und Lebensqualität", fügte Dr. Trögner hinzu. Und: "Das wollen wir so gut es geht vermeiden, deshalb haben wir dieses Zentrum gegründet."

Dr. Bauer erklärte in seinem Vortrag die unterschiedlichen Möglichkeiten, wie Brüche mit Hilfe einer Operation wieder stabilisiert werden können. So stellte er beispielsweise eine innovative Methode vor, die bei älteren Patienten mit Osteoporose zum Einsatz kommen kann: "Wir verwenden dabei einen speziellen Kunststoff, der in den Knochen eingebracht und mit Licht ausgehärtet wird. Wenn nötig, können wir den Bruch dann zusätzlich mit Schrauben und Platten stabilisieren, weil der poröse Knochen durch den Kunststoff wieder fest wird."

Dass eine Operation gut verlaufen ist, heißt aber noch lange nicht, dass danach alles wieder automatisch wie vor dem Bruch wird. Stichwort: altersbedingte Risikofaktoren. Deshalb geht es im Klinikum nicht nur darum, Knochenbrüche zu heilen - hier werden ältere Patienten rundum behandelt. Denn viele bringen verschiedene Vorerkrankungen mit. Das sei alles zu berücksichtigen. Unerlässlich sei beispielsweise eine Antwort auch die Frage nach dem Warum des Unfalls. "Das ist wichtig, um eventuell weitere Stürze zu vermeiden", schilderte Dr. Trögner. Eine große Rolle bei der Vermeidung von Knochenbrüchen im Alter spiele auch die Abklärung von Osteoporose, einer Erkrankung, bei der die Knochendichte mehr und mehr abnimmt. Patienten ab 70 Jahren wird eine Knochendichtemessung empfohlen. Das funktioniere mit Röntgenstrahlung unter minimaler Strahlenbelastung. Eine Osteoporose könne mit Medikamenten behandelt werden. So könnten Patienten Knochenbrüchen auch vorbeugen.

Reha noch auf Station


"Im Alterstraumatologischen Zentrum am Klinikum arbeiten die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und die Geriatrie und Frührehabilitation eng zusammen", erläuterte Dr. Bauer. Der Vorteil für die Patienten: "Wir schicken sie nicht von einem Spezialisten zum anderen, sondern wir haben eine gemeinsame Station, auf der ältere Patienten vom ersten Tag des Aufenthaltes an gemeinsam von beiden Fachrichtungen behandelt werden." Außerdem beginne die Rehabilitation direkt in Klinikum.
Die typischen Verletzungen reichen dabei von Handgelenks- über Oberarm- oder Schulter- bis hin zu Wirbelbrüchen.Dr. Robert Bauer
Oft gerät das Leben dann aus der Bahn, denn im hohen Alter bedeuten ein Sturz und ein daraus resultierender Knochenbruch oft den Verlust von Selbstständigkeit und Lebensqualität.Dr. Jens Trögner


GesundheitsforumThema das nächsten Vortrages sind innovative Behandlungsmöglichkeiten bei Diabetes Typ I. Dr. Sigrid Heimering, Diabetologin und Oberärztin der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum, geht dabei vor allem auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen ein - vieles ist laut einer Presse-Info auch für erwachsene Diabetespatienten gültig. Der Vortrag beginnt am Dienstag, 26. Januar, um 19.30 Uhr im Großen Rathaussaal. Eintritt frei.
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