Schleuser setzt 17 Iraker im Stadtgebiet aus
Ausgehungert und orientierungslos

Symbolbild: dpa
"Ihrem Schicksal überlassen" wurden, wie die Polizei berichtete, 17 Iraker, die von einem Schleuser mit dessen weißen Transporter nach Deutschland gebracht und in der Oberpfalz ausgesetzt wurden.

Am vergangenen Freitag gegen 22.30 Uhr meldete sich eine Geschäftsfrau bei der Polizei. Sie informierte, dass sich am Kirchensteig eine Gruppe von Ausländern aufhalten würde, die offensichtlich "nicht mehr weiter wüssten" und mit dem Handy der Frau telefonieren wollten.
Eine Streife der Amberger Polizeiinspektion fuhr zur Adresse fand dort eine Gruppe irakischer Flüchtlinge auf. Wie sich später herausstellte, wurde sie von einem Schleuser im Stadtgebiet ausgesetzt.

Mit mehreren Streifenfahrzeugen und der Unterstützung des Einsatzzuges wurden die sieben Erwachsenen im Alter von 18 bis 40 Jahren, drei Jugendliche im Alter von 14 Jahren und sieben Kinder zwischen einem und drei Jahren zur Dienststelle in der Kümmersbrucker Straße gebracht. Dort stellte sich heraus, dass sie über die Türkei und Bulgarien nach Deutschland geschleust wurden. Pro Person mussten die Iraker einen Betrag von 1000 Euro an den Schleuser bezahlen.

Die Flüchtlinge befanden sich in einem gesundheitlich angeschlagenen Zustand, berichtete Peter Krämer, Pressesprecher der Polizeiinspektion Amberg. "Alle hatten ausgesprochenen Durst und viele bereits einige Tage nichts zu essen bekommen." Die Beamten verteilten Wasserflaschen sowie Schokoladenosterhasen und Rettungsteddys zur Beruhigung für die Kinder.

Nachdem mit Hilfe eines Dolmetschers die ersten Personalien festgestellt wurden, brachte man die 17 Personen zur Aufnahmeeinrichtung nach Regensburg. Dort wird nun das Asylverfahren eingeleitet.
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