Schmetterlings-Rohbau steht
Ausfüllende Brücken-Tätigkeit

Ein Arbeiter lenkt auf der Brückenschalung die Betonpumpe.

Der Rohbau des Schmetterlings ist fertig. Bis wieder Autos die B 85 überqueren können, dauert es aber noch bis Dezember. Den Zeitplan gibt dabei nicht der Betonbau vor, sondern der Durchlass des Fiederbachs unter der B 299.

Amberg. (dko) Wie die Fühler von Insekten biegen sich die beiden Betonpumpen über die Baustelle. Am Ende der Kräne: Über zwei Meter lange Gummi-Rüssel. Lose hängen sie nach unten. Rhythmisch pulsiert das Gemisch aus Zement, Wasser und Kies aus dem Schlauch in die 1000 Quadratmeter große Form aus Holz und Beton. Ein Bauarbeiter packt sich einen der Schläuche.

Er zielt zwischen die Eisenstäbe, bewegt den Schlauch hin und her und verteilt das Baumaterial. Dahinter stoßen zwei weitere Arbeiter armdicke Metallstäbe durch die Eisengitter: Die Innenrüttler sollen aus dem Beton die Luft heraustreiben und für eine dichtere Lagerung sorgen. "Wir wollen ja die Brücke für die nächsten 80 bis 100 Jahre haben", sagt Bauoberrat Stefan Noll. Er steht neben den Arbeitern auf dem Eisengerüst. 130 Tonnen Stahl hat die Brückenbaufirma Glass (Mindelheim) in den vergangenen zwei Wochen hier zu einem Gitter verflochten.

Brücke erhält Feinschliff


1500 Tonnen Beton bringen die Bauarbeiter auf. Die Kran-Pumpen fördern bis zu 80 Kubikmeter pro Stunde aus den Betonmischern in die hoch gelegene Gießform. "Bis zum Ende der Woche wird der Rohbau der Brücke fertig sein", kündigt Diplom-Ingenieur Noll an. "Wir brauchen so viel Beton, wir beschäftigen zwei Mischwerke. Acht Lkw fahren laufend hin und her." Das Auffüllen der Schalung sei ein wichtiger Schritt, ein Meilenstein. Alles müsse in einem Zug erledigt werden. Beim Betonieren könne man nicht einfach aufhören und später wieder anfangen.

Fiederbach kommt zuerst


Der Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt erklärt die weitere Vorgehensweise: Ist der Beton verfüllt, streicht ihn eine Abziehbohle glatt und stellt so den Profilverlauf der Brücke her. Am Nachmittag kommen noch Flügelglätter hinzu: "Das sieht skurril aus", sagt Noll. Unten an der Maschine sind zwei Rotorblätter befestigt. Diese schleifen den Beton ab und sorgen gleichzeitig für die Fortbewegung der Maschine. In der nächsten Woche hat das Kreuzungsbauwerk B 85/B 299 Richtfest, "obwohl man das bei Brücken ja eigentlich nicht feiert", erzählt Noll.

Der Rohbau ist dann fertig. Bevor das erste Mal wieder Autos drüberfahren können, wird es aber noch bis Dezember dauern. Ausschlaggebend für den pünktlichen Abschluss der Bauarbeiten sei der Fiederbach-Durchlass: "Da haben wir im Winter nichts machen können. Der Durchlass ist sehr lang", erklärt Noll.

"Man muss das fertigstellen: Der Erdaushub muss wieder drauf. Erst dann kann man die Straße wieder darübermachen. Ich wünsche mir, dass das vor Nikolaus geschieht."

Bis zum Ende der Woche wird der Rohbau der Brücke fertig sein.Stefan Noll, Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt
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