Schöne Bescherung:
Kein Telefon, kein TV

Der Fehler ist behoben: Mittlerweile funktionieren die TV- und Telefonanlage im Klinikum wieder. Bild: Steinbacher

Schöne Bescherung: Plötzlich funktionierten an den Terminals in den Patientenzimmern des Klinikums weder Telefon noch Fernsehen - nichts ging mehr. Für manchen zerplatzte der Traum vom Pokalfinale am Krankenbett.

Am Donnerstagnachmittag funktionierten plötzlich an den Terminals in den Patientenzimmern von St. Marien weder Telefon noch Fernsehen. "Das war so gegen 16 Uhr, als es bemerkt wurde", erinnert sich Hubert Graf, kaufmännischer Direktor des Klinikums. Ursache war ein Fehler im Gebührenerfassungssystem, ausgelöst durch einen Festplatten-Crash.

"Läuft wieder stabil"


Zunächst war guter Rat teuer. Das Klinikum informierte die Firma Telba, die für Telefon und TV in den Patientenzimmern zuständig ist und mit der das Klinikum einen Gestattungsvertrag hat. Das bedeutet: Das Unternehmen rechnet direkt mit den Patienten ab. Telba konnte nach Auskunft von Hubert Graf am Donnerstagabend nicht mehr helfen, schickte aber gleich am Freitagmorgen jemanden ins Klinikum. "Jetzt läuft es wieder stabil", sagt Graf erleichtert. Doch die Krux an der Sache ist und bleibt, dass jeder einzelne, der zum Zeitpunkt des Systemabsturzes eine Karte fürs Fernsehschauen und Telefonieren hatte, aus- und wieder eingecheckt werden musste. Die genaue Anzahl der Betroffenen weiß Graf nicht, doch es handelt sich um rund 300 bis 400 Patienten. Für Leute, die jetzt stationär im Klinikum aufgenommen werden und eine Karte bekommen, ist es kein Problem. "Für sie läuft alles ganz normal."

Im Klinikum St. Marien funktioniert das System mit dem Bedside-Terminal, wie es offiziell heißt, so: Für die Patienten ist das Fernsehschauen gratis. Sie müssen sich dafür nur eine Karte freischalten lassen. Telefonieren funktioniert im Prinzip genauso, nur mit dem Unterschied, dass dafür Gebühren anfallen und entsprechendes Guthaben auf den Chip aufgebucht werden muss. Für die Karte wird ein Pfand in Höhe von fünf Euro verlangt. "Damit die Patienten, wenn sie entlassen werden, die Karte auch wieder zurückgeben", erläutert Graf das Prozedere.

Manuell statt automatisch


Problem nach dem Festplatten-Crash war nicht nur, dass Karten aus- und wieder neu eingecheckt werden mussten, sondern auch die Rückgabe bei der Entlassung. "Das musste manuell geschehen", sagte Graf. Konkret bedeutete dies, dass die Patienten ihr Restguthaben und das Pfand nicht sofort zurückbekamen, sondern es zurücküberwiesen wird. Und dafür mussten die Kontodaten aufgenommen werden. "Die hat ja nicht jeder unbedingt gleich parat", schildert Graf das Dilemma. Der kaufmännische Direktor verhehlt nicht, dass das Malheur einen ziemlichen Aufwand verursacht. "Da sind wir schon ganz schön gefordert."

Laut Graf dürfte die Tatsache, dass weder Telefon noch TV funktionierten, den einen oder anderen Patienten durchaus verärgert haben - vor allem die Fußballfans unter ihnen. "Das war natürlich wegen des Fußballs am Samstagabend schon ärgerlich", zeigt Graf Verständnis für all jene, die dadurch das DFB-Pokalfinale verpassten, als Bayern München in der Hauptstadt Borussia Dortmund bezwang. "Es gab aber auch viele, die Verständnis hatten, dass so etwas mal passieren kann", fügt der kaufmännische Direktor hinzu.

Nicht in allen Häusern ist - wie in St. Marien - das Fernsehschauen in den Patientenzimmern gratis. Viele Kliniken bieten Gesamtpakete an und verlangen Tagespauschalen für TV und Telefonie, weiß Hubert Graf. Heutzutage gibt es aber auch schon Multimedia-Systeme. "Aber da ist man schnell bei einer Investition von 1,2 Millionen Euro und das kann sich ein Krankenhaus nur leisten, wenn eine gewisse Refinanzierung vorhanden ist." (Angemerkt)
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