Schultheater am GMG
Gefangen in menschlichen Abgründen

Das Stück "Das Haus im Wald" zog das Publikum in seinen Bann. Vor allem die Leistungen der Schauspieler überzeugten. Bild: Steinbacher

Das Bild eines einsamen Hauses im Wald empfing die Zuschauer in der Mensa des Gregor-Mendel-Gymnasiums und zog sie von Anfang an wirkungsvoll in die Geschichte hinein. Keiner im Publikum wäre auf die Idee gekommen, dass es sich auf der Bühne um Laiendarsteller handelt.

Von Burkhart Häusler

Amberg. Das Jugendtheaterstück "Das Haus im Wald" von Andreas Galke, das die 15 Schauspieler der Mittelstufen-Theatergruppe des GMG unter der Leitung von Christine Kleinert präsentierten, war ein kurzweiliges und spannendes Stück, das mit Ausländerfeindlichkeit und Pädophilie gleich zwei aktuelle Probleme unserer Gesellschaft aufgriff. Die Geschichte spielt in einer einsamen Jugendherberge inmitten eines riesigen Waldgebietes, in dem zwei Mädchengruppen gastieren: vier selbstbewusste und nassforsche Sportlerinnen (Judith Bässler, Jennifer Bektimirov, Carina Haag und Valeria Maas), die sich auf einen Wettkampf vorbereiten, und die sieben Mitglieder einer Schultheatergruppe (Lea Braun, Maja Goedecke, Valeria Lagutina, Emily Landel, Selina Möller, Sarah Zeidler und Aurelia Ziegler) die sich in der Einsamkeit einem neuen Projekt widmen wollen. Geleitet werden die Gruppen von der Sportlehrerin Frau Winterberg (Tamara Lindner) und auf der anderen Seite von den strengen Lehrern Frau Hentschel (Carolin Spies) und Herrn Bingel (Cedric Traub).

Das Drama nimmt seinen Lauf als zwei der Sportlerinnen den pädophilen Herbergsvater Frank Busch (Johannes Altmann) dabei überraschen, wie dieser heimlich Fotos der beiden Mädchen in der Umkleide aufnimmt. Sie reagieren abgebrüht, nehmen die Speicherkarte an sich und erkennen sofort die Möglichkeit, den Ertappten damit zu erpressen. Als die beiden Gruppen aufeinandertreffen, bahnt sich ein zweiter Konflikt an: Die Sportlerinnen entdecken zwei ausländische Mädchen in der Theatergruppe. Während sie sich an die selbstsichere Muslimin Ayse (Valeria Lagutina) nicht herantrauen, nutzen sie die Gelegenheit, und leben rassistische Neigungen an der schüchternen Lissi (Sarah Zeidler) aus.

Sie demütigen und beleidigen das Mädchen, bis ihm Schulkameradinnen Mieke (Emily Landel) zur Hilfe eilt. Doch die Sportlerinnen schmieden einen perfiden Plan: der Herbergsvater Busch wird mit der Speicherkarte dazu erpresst, ihnen den Schlüssel zum Büro - wo ihre Handys verwahrt werden - auszuhändigen und die Schauspielerinnen an einen abgeschiedenen Ort zu locken. Dort wollen ihnen die fremdenfeindlichen Gören eine Abreibung verpassen. Der schwache Busch fädelt den Hinterhalt wie geheißen ein. Um ungestört zu sein, bringen die Mädchen außerdem ihre Sportlehrerin durch einen Telefonanruf dazu, die Herberge zu verlassen. Jetzt haben sie freie Bahn. Das Blatt wendet sich durch die Gier der Mädchen. Sie wollen Busch die Speicherkarte nur gegen eine hohe Summe verkaufen. Dieser willigt in seiner Not ein. Die Mädchen möchten auf Nummer sicher gehen und beschließen den Herbergsvater dorthin zu begleiten. Doch dabei tappen sie in eine Falle. Der Pädophile führt sie in den Wald, vergeht sich dort an den schutzlosen Mädchen, nimmt die Speicherkarte wieder an sich und sperrt die Missbrauchten anschließend in einen verlassenen Bunker.

Die Spannung löst sich, als ausgerechnet Ayse und Lissi die Eingeschlossenen befreien. Die Sportlerinnen erkennen und bedauern ihren sinnlosen Hass gegenüber Ausländern und schließen die beiden ins Herz. Der Herbergsvater wird überführt, festgehalten und von den Lehrern der Polizei übergeben. Die Theatergruppe begeisterte mit ihrer abwechslungsreichen Produktion, glänzte mit wirkungsvollen Ideen, beeindruckte mit facettenreichem und authentischem Spiel und wurde mit langem Applaus belohnt.
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