Schwarzarbeit-Ermittlungen eingestellt
FC Amberg aus dem Schneider

FC-Mäzen Helmut Schweiger hat das Thema abgehakt. Bild: ref

Kurz vor dem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga standen urplötzlich Schwarzarbeits-Fahnder vor der Tür. Das war im April. Danach wurde der Mantel des Schweigens über diese Peinlichkeit gebreitet.

Wer drunter schaut, findet inzwischen still und leise geschlossene Aktendeckel. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat das Verfahren wegen nicht korrekt abgeführter Sozialabgaben sowie Steuern eingestellt. Die säumigen Summen wurden nachbezahlt, und der Beschuldigte hat eine Geldauflage beglichen. Beide Beträge, so Staatsanwalt Dr. Markus Pfaller, hätten sich jeweils "im erheblichen fünfstelligen Bereich" bewegt.

Für die Justiz ist die Angelegenheit damit erledigt. Für Helmut Schweiger auch. Gegen den Geschäftsmann, Fußballmäzen und Vorstandsvorsitzenden der FC-Fußballer, die eine Abteilung des TV sind, hatten sich unter anderem die Verdachtsmomente und Ermittlungen gerichtet. Unmittelbar nach Bekanntwerden der 13 Hausdurchsuchungen räumte er per Pressemitteilung ein, dass die Schwarzarbeits-Fahnder bei ihm vorstellig waren. "Wir haben nichts zu verbergen", kommentierte er damals den Umstand, dass etliche FC-Spieler bei ihm angestellt sind. Auch heute ist das noch so.

Ein üblicher Weg


Schweiger ist sich keiner Schuld bewusst und zeigte sich überrascht von den Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft zu dem Fall. "Das liegt alles bei meinem Rechtsanwalt, vielleicht weiß der mehr." Auch die beiden Zahlungen in einer nicht unbeträchtlichen Größenordnung seien ihm aktuell nicht geläufig, gab der Fußballmäzen zu verstehen. Die Einstellung derartiger Verfahren gegen eine Geldauflage ist ein durchaus üblicher Weg, wenn die ermittelten Vorwürfe nicht allzu schwer wiegen und deren Folgen beglichen werden.

Das ist in diesem Fall laut Pfaller geschehen. Die säumigen Sozialabgaben und Steuerbeträge wurden bezahlt, ebenso die Geldauflage, die zur Voraussetzung einer Verfahrenseinstellung gemacht worden war. Damit wird es nicht mehr zu einer Anklage kommen. Die Regensburger Staatsanwaltschaft hielt Schweiger auch zugute, dass er "überhaupt keine persönlichen Vorteile" aus der Tat gezogen hat. Damit unterscheide sich dieser Fall grundlegend von Schwarzarbeits-Delikten nach klassischem Strickmuster.

Die Zollfahnder hatten bei der Durchsuchungsaktion im April auch bei TV-Vorsitzendem Thomas Bärthlein angeklopft und Unterlagen mitgenommen. Er zeigte sich am Donnerstag gleichfalls völlig überrascht, dass diese Angelegenheit aus der Welt sei. Anfangs war nicht auszuschließen, dass sich die Ermittlungen auch gegen ihn richten, weil die FC-Fußballer vereinsrechtlich als eine Abteilung des TV geführt werden. Pfaller gab gegenüber der AZ jedoch Entwarnung auf der ganzen Linie. Der Fall sei abgearbeitet, anfängliche Verdachtsmomente gegen weitere Beschuldigte hätten sich als nicht zutreffend erwiesen.

Plötzlich schweigsam


Damit ist der Abteilungsleiter des Regionalligisten, Werner Aichner, nicht nur aus dem Schneider, gegen ihn sei nie ermittelt worden, betonte er gegenüber der AZ. Dass der Fall bereinigt und die Akte FC Amberg bei der Staatsanwaltschaft geschlossen worden sei, darüber sei er sehr wohl im Bilde, gab Aichner zu verstehen. "Kein Kommentar", wurde der FC-Abteilungsleiter allerdings barsch bei der Frage, wer denn welche Summe beglichen habe.

Inzwischen hat der Verein vorgebaut, um sich eine derartige Peinlichkeit in Zukunft zu ersparen. Nun gibt es für die erste Mannschaft laut Schweiger eine Spielbetrieb GmbH und CoKG, die den FC Amberg in der Regionalliga Bayern auf Platz 10 in die Winterpause geschickt hat.
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