Schweppermannkaserne wandelt ihr Gesicht in Logistik- und Sanitätszentrum:
"Panzer ade" für 27 Millionen Euro

In einem sanierbaren Haus haben erste Arbeiten begonnen.
 
Auf dieser weit nach hinten reichenden Fläche entsteht in L-Form eine Umschlaghalle für die Logistiker. Gesamtlänge 100 Meter. Bilder: Steinbacher (3)

Von wegen "stillgestanden": Dieses Kommando gilt zwar für die Leopoldkaserne mit ihrer geplanten Schließung 2018/2019, nicht aber für die Schweppermannkaserne. Hier heißt es "Zukunft, marsch", und zwar mit einer enormen Investition von 27 Millionen Euro allein in der ersten Phase eines großen Ausbaukonzepts.

Bei der einen oder anderen öffentlichen Gelegenheit hat der Kommandeur des hier angesiedelten Logistikbataillons 472, Oberstleutnant Matthias Kampf, diese aufsehenerregenden Pläne schon angedeutet. Am Donnerstag war aber eine Sitzung aller Projekt- und Bauverantwortlichen vor Ort, bei der Grundstruktur der Veränderung und erste Vorhaben bereits konkreter umrissen wurden. Danach kann man sagen, dass sich das Gesicht der Schweppermannkaserne völlig wandeln wird. Ist sie aus ihrer Historie heraus als Stützpunkt für Panzerbataillone, Pioniere und Instandsetzungseinheiten konzipiert und genutzt worden, passt dieser Zuschnitt heute nicht mehr.

Sanitäter kommen groß raus


Nicht nur, weil hier längst die Logistiker mit ihren ganz anderen Aufgaben und Anforderungen - auch an die Gebäude - die Regie übernommen haben. Zusätzlich soll die Schweppermannkaserne am östlichen Rand von Amberg in Gärmersdorf ein großes Sanitäts- und Facharztzentrum bekommen, das künftig Soldaten aus der gesamten Region versorgt (siehe Hintergrund). Ein dafür abzureißendes Unterrichtsgebäude wird durch einen Neubau neben dem Offizierscasino ersetzt, informierte Infrastrukturoffizier Ronny Philipp am Freitag die AZ. Er zählt vonseiten des Logistikbataillons zum Team der Baubetreuer in den nächsten vier, fünf Jahren - das ist der voraussichtliche Zeitraum für die erste Bauphase, die wohl 2017 beginnt. Wert legte er auf die Feststellung, dass die meisten Gebäude der Schweppermannkaserne aus den sechziger Jahren stammen und damit häufig in einem Zustand sind - energetisch betrachtet, aber auch was Elektro-, Heizungs- und Sanitärinstallationen betrifft -, der eine Sanierung unrentabel macht. Deshalb werden laut Philipp insgesamt fünf Trakte abgebrochen und durch günstiger kommende Neubauten ersetzt.

Vier davon sind ehemalige Kompaniegebäude aus der Panzerzeit, die zwar teils schon anders genutzt werden, aber eben von Alter und Standard her keine Zukunft mehr haben. Hier gibt es laut Philipp noch die bekannte Stubeneinteilung mit Vier- bis Acht-Mann-Zimmern, die heute außer in der eher kurzen Rekruten- und Grundausbildungszeit nicht mehr zeitgemäß ist. In den neuen Unterkunftsbauten wird es künftig zumindest für länger dienende Soldaten und solche, die nicht täglich nach Dienstschluss nach Hause fahren, Einzelzimmer mit Nasszelle geben. Darüber freut sich Ronny Philipp besonders, denn mit diesem neuen Standard wird die Schweppermannkaserne als eine der ersten in Deutschland ausgestattet.

Neue Halle statt Notlösung


Ganz neu bekommt sie auch eine Umschlaghalle in L-Form mit rund 100 Metern Gesamtlänge, die bisherige Notlösungen ersetzt. Versorgungsgüter der Logistiker sind derzeit in alten Fahrzeughallen, Holzbaracken und im Freien untergebracht, weil entsprechende Lagerkapazitäten mit Arbeitsplätzen für Disponenten und wie Spediteure arbeitende Soldaten fehlen.

HintergrundDerzeit sind verschiedene medizinische Fachstellen samt Stab auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses untergebracht. Hier logieren sie aber als Mieter zwischen anderen Firmen - ein "ausgelagerter Zustand", der der Bundeswehr auf Dauer nicht gefällt. Sie möchte ihre Einheiten auf eigenen Grund zurückholen, zumal sich in Gärmersdorf weitere Sanitätsbereiche befinden, die alle zentral zusammengefasst werden sollen. Allein für diese Maßnahme weicht in der Schweppermannkaserne ein alter Hörsaaltrakt in der Nähe der Einfahrt. Die einst benachbarte Sporthalle wurde bereits abgerissen und die beiden Stabsgebäude des Logistikbataillons werden für diese Zentralisierung entsprechend umgebaut und wie das jetzige Sanitätsversorgungszentrum in die neue Struktur eingegliedert. (ath)
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