Sechs Jahre Haft für 40-jährigen Tschechen
Tonnenweise Diebesgut

Er kam nachts über die Grenze, machte tonnenschwere Beute und verschwand damit auf Schleichwegen in Richtung seines tschechischen Heimatortes Lisov. Jetzt stellte das Landgericht Amberg die Quittung für den Einbrecher aus: Der 40-Jährige muss sechs Jahre hinter Gitter.

Der Mann, zusammen mit seinem Vater Sägewerksbetreiber, hatte sich über sechs Prozesstage hinweg weitgehend schweigsam gezeigt. Von daher musste die Erste Strafkammer einen riesigen Aufwand betreiben. Sie vernahm Dutzende von Zeugen und hörte von ihnen, was von Plößberg im Norden über Moosbach, Schönsee, Oberviechtach, Waldmünchen bis nach Neukirchen/Hl. Blut und Geiersthal nahe der Stadt Regen bei Einbrüchen abhanden kam. Die Fahrzeuge und Geräte hatten einen Wert von mehr als 200 000 Euro.

"Das gehört nicht mir"


Nach der Festnahme des 40-Jährigen bei Schönsee (Kreis Schwandorf) bekamen Kripobeamte im Sommer 2015 den Hinweis auf ein Sägewerksgelände zehn Kilometer von der tschechischen Kleinstadt Stod entfernt. Dort fanden sie ein umfangreiches Verkaufslager, bestehend aus geklauten Fahrzeugen und Gerätschaften. "Das gehörte nicht mir", behauptete der Angeklagte in seinem Schlusswort. Identifikationsnummern waren abgeschliffen, die Karosserien umlackiert worden.

"Wir haben hier den Täter vor uns", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Strohmeier in seinem Plädoyer. Für ihn gingen alle 17 angeklagten Einbrüche auf das Konto des Tschechen. Die Taten brandmarkte Strohmeier als oftmals "brachial begangen" und verlangte neun Jahre Haft. "Nichts ist bewiesen", stemmte sich Verteidiger Tim Fischer (Regensburg) gegen den Antrag. Er forderte Freispruch, sofortige Entlassung aus der U-Haft und finanzielle Entschädigung für seinen Mandanten.

Die Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Roswitha Stöber schickte den Serieneinbrecher für sechs Jahre ins Gefängnis. Dabei ging sie davon aus, dass er alle 17 Straftaten verübte. Dass noch andere dabei waren, stand außer Zweifel. Doch auch darüber breitete der 40-Jährige den Mantel des Schweigens.

Undurchsichtige Verträge


Kurz vor dem Urteil hatte die aus Tschechien angereiste Mutter des Mannes zwei von ihr gefundene Kaufverträge vorgelegt, aus denen hervorging, dass ihr Sohn gestohlene Fahrzeuge von Tschechen erworben haben sollte. Doch die Kontrakte enthielten Fakten, die nicht zusammenpassten.
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