Sehbehindertentrainerin an der Max-Josef-Schule
Keine Angst vorm Blindenstock

Wie fühlt sich jemand, der nichts mehr sieht? Die Drittklässler aus der Max-Josef-Schule versetzten sich in die Rolle von Sehbehinderten. Bild: hfz

Auf dem Bürgersteig tastet sich eine Frau mit einem Stock vorwärts. Sie trägt eine gelbe Armbinde mit drei schwarzen Punkten. Die Drittklässler aus der Max-Josef-Schule wissen jetzt, was zu tun ist.

Das soziale Miteinander fördern, Berührungsängste abbauen - das war das Ziel einer besonderen Unterrichtsstunde an der Max-Josef-Schule. Der bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund bietet den Grundschulen kostenlose Schulbesuche an, mit denen das im Lehrplan ausgewiesene Thema "Aufbau, Funktionsweise und Schutz des Auges" um wichtige Aspekte im Bereich des sozialen Lernens erweitert werden kann. Aus diesem Grund war Bettina Pichlmeier, speziell ausgebildete Sehbehindertenberaterin aus Regensburg, zu den drei dritten Klassen gekommen. Sie berichtete den Kindern von ihrem Alltag als Betroffene.

Zunächst zeigte Pichlmeier eine Fülle sehr interessanter Möglichkeiten auf, die den Betroffenen Unterstützung sowohl bei der Bewältigung des Alltags als auch bei der Gestaltung der Freizeit bieten. Sprechende Uhren, ein besonderes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel mit unterschiedlich geformten Köpfen der Spielfiguren sowie eine Einschenkhilfe für Gläser, die ein Überlaufen der Getränke verhindern kann, waren ein paar Beispiele dafür. Ein zentrales Anliegen Pichlmeiers war es, Berührungsängste bei den Kindern abzubauen und sie zu ermuntern, auf blinde und sehbehinderte Menschen zuzugehen und ihnen Hilfe anzubieten. So ließ sie sich von einer Schülerin durch das Klassenzimmer führen und erklärte ihr dabei die richtigen Verhaltensregeln im Umgang mit Sehbehinderten. Auf diese Weise vergingen die zwei Unterrichtsstunden wie im Flug und hinterließen bei den Kindern einen äußerst nachhaltigen Eindruck.
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