Selbsthilfegruppe chronischer Schmerz
Oh Schmerz, lass nach!

Ein Leben lang Schmerzen. Was für gesunde Menschen unvorstellbar ist, ist für Patienten mit chronischen Schmerzen Alltag. Gerade für sie ist es wichtig, kompetente Ansprechpartner in der Nähe zu haben, um im Notfall schnell Hilfe zu bekommen.

Deshalb hat Maria Boßle, die als Betroffene vor mehr als zehn Jahren die Selbsthilfegruppe chronischer Schmerz Sulzbach-Rosenberg gegründet hat, für eine Schmerzambulanz in der Region gekämpft. Nun ist ihr Wunsch in Erfüllung gegangen: Am Klinikum St. Marien entsteht eine solche Einrichtung.

"Dieses neue Angebot ist ein riesengroßer Schritt für uns Betroffene hier im Umkreis", sagt Maria Boßle. "Die Haus- und Fachärzte tun ihr Möglichstes, um Patienten mit chronischen Schmerzen zu betreuen, aber schon der notwendige zeitliche Aufwand ist hier oft nicht zu leisten." Die Situation für Betroffene verbessere sich immens: Sie müssten keine weiten Fahrten mehr auf sich nehmen. "Das ist eine große Erleichterung - psychisch, physisch und auch finanziell." Seit Februar besteht das ambulante Angebot der Schmerzsprechstunden am Klinikum. Auf Überweisung werden Patienten mit schweren, chronischen oder komplexen Schmerzbildern behandelt. "Dieses neue Angebot richtet sich an alle Schmerzpatienten, egal ob sie Rücken-, Kopf- oder Nervenschmerzen haben - unabhängig von der Diagnose", erklärt Dr. Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor von St. Marien. "Die Schmerzambulanz ist ein erster Schritt bei der Verbesserung der Versorgung von chronisch Schmerzkranken. Der zweite Schritt ist eine Schmerztagesklinik, die wir zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr bei uns etablieren werden."

Die Tagesklinik biete intensive und individuelle Therapie in einer Gruppe von maximal acht Patienten. Über vier Wochen arbeiten Ärzte, Physio- und Ergotherapeuten, speziell ausgebildete Krankenschwestern und Psychologen zusammen, um alle Aspekte der Erkrankung gemeinsam zu behandeln. (Im Blickpunkt)
Die Betroffenen müssen keine weiten Fahrten mehr auf sich nehmen. Das ist eine große Erleichterung - psychisch, physisch und auch finanziell.Maria Boßle




Belastend für Patienten und das UmfeldIn der Schmerzambulanz am Klinikum kümmert sich laut einer Pressemitteilung von St. Marien eine speziell ausgebildete Ärztin um die Patienten: Dr. Ursula Kleine hat vor acht Jahren die Schmerztagesklinik in Neumarkt mit aufgebaut, wo sie bis jetzt tätig war. "Besonders wichtig bei der Arbeit mit chronisch schmerzkranken Patienten sind Information und Aufklärung", weiß die Expertin. "Chronische Schmerzen belasten die Patienten, aber auch ihr familiäres Umfeld oft erheblich. Sie können nicht mehr richtig schlafen, sich nicht mehr erholen. Sie machen sich Sorgen über die Zukunft, über berufliche Perspektiven, sehen sich als Belastung für andere." Viele seien deshalb psychisch angeschlagen, oft depressiv verstimmt - auch das muss bei einer Behandlung berücksichtigt werden.
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