Siebter Teil der Serie Amberger Nischen
Maria Vesperbild in der Neustift

Eine wunderschöne Pietà ziert das Haus mit der Nummer 19 in der Neustift. Eine von 120 Hausnischen in der Altstadt. Bild: Moser
Die Neustift ist ein idealer Ort für Hausnischen mit christlichen Motiven - nicht nur, weil dort über Generationen ein Kirchenmaler ansässig war, sondern weil es sich um eine der malerischsten Gassen der Altstadt handelt. Am Anwesen mit der Nummer 19 findet sich eine wunderbar in Szene gesetzte barocke Pietà. Die in einen hellblauen Mantel gekleidete Gottesmutter Maria umarmt den Leichnam ihres gekreuzigten Sohnes, der auf ihrem Schoß liegt.

Diese Art der Darstellung ist das Markenzeichen aller Pietàs weltweit: Jesus liegt auf dem Schoß seiner trauernden Mutter. Das Motiv ist laut Kunstkennern seit dem frühen 14. Jahrhundert gebräuchlich und hat sich über den ganzen Globus verbreitet. In den meisten katholischen Gotteshäusern taucht irgendwo eine solche Figur oder ein solches Bild auf. Die Szene bildet auch die vorletzte Station der Kreuzwegandacht. In vielen Gegenden ist die Bezeichnung Vesperbild für Pietà gebräuchlich. Bekanntestes Beispiel ist die Wallfahrtskirche Maria Vesperbild im Landkreis Günzburg (Schwaben). Die Bezeichnung Vesperbild beruht auf der Vorstellung, dass Maria den Leichnam ihres Sohnes am Karfreitag ungefähr zur Zeit des Abendgebets, der liturgischen Vesper, entgegennahm.
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