Spatenstich für ein bisher einzigartiges Projekt
Ein Haus, in das Trost einzieht

In einem Jahr soll das ambulante Kinderintensivpflege-Haus in Betrieb gehen. Beim Spatenstich (von links) Pflegedienstleiterin Bianca Schleicher, Amicus-Geschäftsleiterin Gisela Schießl, Architekt Alfred Ponholz und Hochbau-Unternehmer Thomas Donhauser. Bild: Steinbacher

Zu dem Begriff Intensivpflege fallen einem zuletzt Kinder ein. Das geht aber an der Realität, selbst wenn sie bitter ist, vorbei. Ein in der Oberpfalz bisher einzigartiges Projekt setzt genau hier an.

Der in Schwandorf ansässige ambulante Intensivpflege-Dienst Amicus dehnt sein anspruchsvolles Versorgungsspektrum auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus. Dazu entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem integrativen Kindergarten St. Sebastian ein ambulant betreutes Kinderintensivpflege-Haus mit maximal neun Plätzen. Jetzt war der Spatenstich an der Erich-Kästner-Straße.

Der Schwandorfer ambulante medizinische Spezialdienstleister ist bereits seit einiger Zeit in Amberg vertreten. Im Dreifaltigkeitsviertel betreibt er eine ambulant betreute Wohngemeinschaft mit zwölf Einzelzimmern. Ein vergleichbares, aber deutlich kleineres Angebot der ambulanten Intensivpflege gibt es zudem im südöstlichen Landkreis in Vilshofen. Aktuell ist es wegen Umbauarbeiten jedoch geschlossen, es soll auf künftig zwei Einzelzimmer reduziert werden.

Mit dem jetzigen Projekt beschreitet Amicus Neuland. "So weit ich weiß, gibt es in ganz Bayern bisher nur eine entsprechende Einrichtung. In der Oberpfalz werden wir auf jeden Fall einzigartig sein", merkte Pflegedienstleiterin Bianca Schleicher an. Auf diese Bedürfnisse wird auch der Neubau ausgelegt sein, unterstrich die Geschäftsleiterin des Dienstleisters, Gisela Schießl.

Grundstück ausgereizt


Dazu gehören neben den notwendigen Räumen zur Versorgung der Patienten beispielsweise auch Zimmer als Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern. Mit der Planung hat Schießl den Schwandorfer Architekten Alfred Popp beauftragt, der in dem östlichen Nachbarlandkreis schon eine ganze Reihe von Kindergärten, öffentlichen Bauten und auch Schulen projektiert hat. "Das Grundstück ist etwas problematisch. Um die nötigen Abstandsflächen einzuhalten zu können, ging es um Zentimeter", beschrieb er die kniffligste Aufgabe dieses Projektes.

Ideale Lage


Ansonsten stufte der Planer das Grundstück als "für unsere Zwecke ideal" ein. Damit meinte er die direkte Nachbarschaft zu dem integrativen Kindergarten St. Sebastian sowie den angrenzenden Spielplatz. Popp freute sich zudem, in Amberg nun auch mit einem eigenen Entwurf vertreten zu sein. Das andere Amicus-Projekt in der Pfistermeisterstraße hatte er lediglich umgebaut. An der Erich-Kästner-Straße entsteht nun ein unterkellertes, zweigeschossiges Haus. In der oberen Etage werden die Patientenzimmer samt der nötigen Raume zur medizinischen Versorgung untergebracht, im Erdgeschoss liegen gemeinschaftlich nutzbare Flächen und Übernachtungsmöglichkeiten für Eltern.

Ausgelastet, werden 20 Vollzeitstellen entstehen. Mit dem Hochbau wurde das in Schwandorf ansässige Unternehmen Gebrüder Donhauser beauftragt. Das Grundstück, auf dem das ambulante Kinderintensivpflege-Haus entsteht, gehörte früher der Pfarrei St. Georg. Sie wollte es vor einiger Zeit verkaufen, um damit den finanziellen Einstieg in die dringend nötige Sanierung der seit geraumer Zeit geschlossenen Katharinenkirche abzusichern. Das hatte in der Nachbarschaft für Unruhe gesorgt, weil unter anderem spekuliert wurde, dass hier eine Flüchtlingsunterkunft entstehen könnte.
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