SPD-Abgeordnete fordern Fairness im Umgang mit Entwicklungsländern
Flüchtlingsströme werden weiter wachsen

Dr. Helmut Kollhoff, Bezirksrat Richard Gaßner, Dieter Weiß, Inge Iberl, die zwei Landtagsabgeordneten Reinhold Strobl und Kathi Petersen sowie SPD-Fraktionschefin Birgit Fruth (von links) erörterten Ursache und Wirkung der weltweiten Flüchtlingsbewegungen. Bild: hfz

"Nach Angaben der UN sind derzeit weltweit mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Krieg, Verfolgung, Hunger und Perspektivlosigkeit haben sie aus ihrer Heimat vertrieben." Das betonte SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen bei einem Informationsbesuch zusammen mit ihrem Parlamentskollegen Reinhold Strobl im Amberger Eine-Welt-Laden.

Dort kam die Befürchtung auf den Tisch, dass, verstärkt durch den Klimawandel, eine Fluchtbewegung entstehe, gegen die die augenblickliche Krise ein eher kleines Problem sei. Hauptursache dahinter: Industrienationen seien an Hunger und Elend in vielen Entwicklungsländern mit schuld. Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass die Konsumenten hierzulande mit ihrem Kaufverhalten die schärfste Waffe gegen soziale und ökologische Ausbeutung in der Hand hätten. Wenn hier Pflöcke eingeschlagen würden, könnten große Teile der Fluchtbewegung reduziert werden. Zudem müsse sich Entwicklungshilfe am Grundsatz Hilfe zur Selbsthilfe und nicht an Konzerninteressen orientieren.

Wie kleine Hilfsorganisationen das umsetzen, zeigten Inge Iberl vom Verein Socialis for The Gambia und Reinhold Strobl für die Mali-Hilfe auf. Wichtig sei, den Menschen in ihrer Heimat Zukunftsperspektiven zu geben. Wie Dr. Helmut Kollhoff, der Vorsitzende des Eine-Welt-Vereins, betonte, könnten Verbraucher dazu beitragen, indem sie fair produzierte Produkte kaufen. Auch Händler, Firmen, Kantinen und Verkaufsstellen sollten viel mehr solcher Produkte anbieten.

Petersen nahm den Auftrag mit, Globales Lernen in die neuen Lehrpläne fürs erweiterte Gymnasium einzubringen. Von den entwicklungspolitischen Leitsätzen der Landtagsparteien erhofften sich die beiden Abgeordneten weitere Initiativen aus Bayern für Entwicklungsländer: "Wir haben nur eine Welt und wir sind mit dafür verantwortlich, dass alle Menschen menschenwürdig darin leben können", so ihr Tenor.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.