Sperrungen legen Verkehr in Amberg lahm
XXL-Stau im Stadtsüden

Aus Richtung Drahthammer-Kreuzung ist die Périgueuxbrücke derzeit befahrbar, in der Gegenrichtung nicht. Die Folge: Alle Autos müssen entweder über die Bayernwerkstraße, wenn sie in Richtung Kümmersbruck wollen, oder über die Werner-von-Siemens-Straße, den Kreisverkehr bei der JVA und die Wingershofer Straße, wenn sie in Richtung Innenstadt müssen. Bilder: Steinbacher (2)

Nix geht mehr - zumindest im Süden der Stadt. Und das kostet den Autofahrern die letzten Nerven. Stau überall, die Autos stehen Stoßstange an Stoßstange. Zwei Sperrungen sind die Ursache für den punktuellen Verkehrskollaps.

Über den Kochkeller kommt man derzeit nicht in Richtung Innenstadt, eine Alternative ist die Wingershofer Straße. So weit, so gut. Aber weil auch die zu sanierende Périgueux-Brücke halbseitig gesperrt ist, nimmt die Wingershofer Straße auch die Autos auf, die auf dieser Brücke normalerweise die Vils überqueren und dann in die Drahthammerstraße oder nach Kümmersbruck abbiegen oder geradeaus auf der Leopoldstraße weiterfahren. Der erste Arbeitstag nach dem Tag der deutschen Einheit war für viele Menschen eine Qual, zumindest verkehrstechnisch gesehen.

40 statt 20 Minuten

Inge Rahn wohnt in Kümmersbruck und ist Busbegleiterin bei der Lebenshilfe. Um zur Arbeit zu kommen, fährt sie normalerweise am Polizeigebäude vorbei, über Kreuzung und Périgueux-Brücke, dann vor zur JVA, über den Kreisverkehr und biegt beim Hockermühlbad nach links in den Fallweg ab. Da sie um 6 Uhr morgens los muss, braucht sie dafür sechs bis sieben Minuten. Nachmittags dann 20 Minuten, weil zu diesem Zeitpunkt Schichtwechsel bei Siemens ist. „Am Dienstag waren es 40 Minuten“, erklärt sie. „Das ist absolut fehlgeplant“, findet die Frau und fragt sich, warum die Sanierung der Périgueux-Brücke nicht in der Ferienzeit erledigt werden konnte.
Der Schaden an der Périgueux-Brücke, genauer gesagt an einer so genannten Dehnfuge der Übergangskonstruktion, war laut Thomas Graml von der städtischen Pressestelle im vergangenen Jahr bei einer Überprüfung festgestellt worden. Die für die Maßnahme erforderlichen neuen Teile der Übergangs-Konstruktion waren erst im September fertiggeworden. Danach sei noch das Ende der Michaeli-Dult – und damit ein noch größeres Verkehrsaufkommen – abgewartet worden, um die Brücke für die Arbeiten zu sperren, die schließlich auch vor dem Winter, also dem Kälteeinbruch, erledigt sein müssen. Wenn Peter Rihm, Personalleiter bei Siemens, nach draußen schaut, sieht er nur noch Autos, Fahrzeuge über Fahrzeuge. „Der Verkehr fließt an der Ampel auch nicht mehr weg“, erklärt er. „Die Autos stehen in allen Richtungen.“

Rushhour ab 14.30 Uhr

Um 14.30 Uhr ist Schichtwechsel bei Siemens, um diese Zeit herum ist der Verkehrsdruck besonders groß. Die einen kommen, die anderen gehen. Doch auch danach ist viel Verkehr. Am späten Nachmittagsstunden verlassen alle, die nicht Schicht arbeiten, die Firma. Für die Zwei-Kilometer-Strecke über die Bayernwerkstraße braucht man durchaus eine halbe Stunde.
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