Stadt schafft mit Kostenpflicht mehr freie Stellplätze ums "Ei"
Parkgebühren fegen oberes Deck oft leer

Dies ist eine Art Vorher-Nachher-Bild mit der Frage: Sehen Sie den Unterschied? Außer dem Schnee rechts sehen Sie, dass sie fast nichts sehen. Kaum einen Unterschied eben - bzw. sehr wenig parkende Autos. Dieser Zustand hat sich zumindest auf der oberen Etage des Parkdecks an der Kräuterwiese über zwei Jahre kaum geändert. Das Foto links entstand im Januar 2014, als hier und auf vier weiteren Stellflächen rund um die Altstadt die Kostenpflicht neu eingeführt wurde. Schon damals nahmen viele Nutzer Reißaus - und wohl beinahe ebenso viele sind seitdem weggeblieben (Foto rechts vom Januar 2016). Kein befriedigender Zustand für die Stadt, die diese Gebühren wollte und gern kassiert hätte? Nein, darum geht es nicht, sagt Ambergs Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko. Er erinnert an die Debatte, die vorher jahrelang geführt wurde: Die Stadt habe zu wenig zentrumsnahe Parkplätze für Besucher und Kunden der City. Genauer gesagt waren die vorhandenen und bislang kostenlosen Stellflächen rund ums Ei meistens voll, belegt von Berufstätigen und anderen Langzeitparkern. Diese Klientel ist mit Masse wegen der Kostenpflicht abgewandert, hat sich auf andere Möglichkeiten verlegt oder besser: verlagert. Das war nach Mitko ein Ziel der Reform, das "erreicht worden ist". Darüber jetzt zu meckern, ist nach seiner Auffassung der falsche Ansatz. Stattdessen habe das neue Modell bewiesen: "Amberg hat nicht zu wenig altstadtnahe Parkplätze." Denn dort ist ja - jetzt - "immer was frei". Laut Mitko war der Blickwinkel "auch nicht darauf gerichtet, den Stadtsäckel maximal zu füllen", sondern eben "so steuernd einzugreifen, dass ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen" (für Besucher und Kunden). "Quod erat demonstrandum" (lateinisch: was zu beweisen war) könnte man jetzt sagen, ohne allzu ironisch sein zu wollen. Im Gegenteil empfände es zumindest Bernhard Mitko als Ironie, wenn man nun "so tut, als ob man über diese Entwicklung enttäuscht wäre". Außerdem seien die Parkplätze - auch auf der Kräuterwiese - ja nicht zu 100 Prozent leer, sondern eben nicht mehr so überfüllt wie vorher. Tatsächlich, von Überfüllung konnte schon 2014 und kann auch heuer keine Rede mehr sein. Bilder: ath/Steinbacher

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