Stadtheimatpflegerin will sie am Originalplatz erhalten
Spektakuläre Funde nicht auf Bauschutt

Es wirke fast so, als hätte man das Tier nicht einfach in den schmalen Graben hineingeworfen, sondern eher behutsam hineingelegt, sagt Archäologe Mathias Hensch über das Pferd im Spitalgraben. Bild: hfz

Dieser Fund sorgt für Aufsehen - und jetzt auch für Gesprächsstoff: Archäologe Dr. Mathias Hensch und sein Team haben auf dem ehemaligen Bürgerspitalgelände das Skelett eines Pferdes zum Vorschein gebracht (wir berichteten). Der Wissenschaftler geht davon aus, dass das Tier vor etwa 1000 bis 1200 Jahren - damals vor den Toren der Stadt - vergraben worden ist.

In der Berichterstattung zu den Ausgrabungen an der Bahnhofstraße hieß es: "Die von Hensch freigelegten Funde (...) werden also wieder verschwinden" - eine Feststellung, die bei Stadtheimatpflegerin Beate Wolters auf wenig Gegenliebe stößt: "Wie das Kaninchen im Hut des Zauberers. Das klingt tröstlich. Wir können es nicht sehen, aber es ist noch da, macht diese Formulierung glauben." Doch das sei falsch. Wird die derzeitige Planung im Bürgerspitalareal verwirklicht, muss man laut Wolters wissen und bedenken: "Statt der Geschichte Ambergs gibt es ein paar Stellplätze in der Tiefgarage."

Die 600 Jahre alten und mächtigen Mauern des Spitals, der vielleicht königliche Kachelofen, die Zisterne und die akkuraten Bodenbeläge werden laut der Expertin restlos zerstört, zum Bauschutt gebracht und abgefahren. "Es gibt sie dann nicht mehr." Die Dokumentation trete an die Stelle des Denkmals. "Wollen wir das wirklich?", fragt Wolters in einem Schreiben an die Redaktion der Amberger Zeitung und ergänzt: "Ich würde mich freuen, wenn Oberbürgermeister Michael Cerny, der Stadtrat und die Verwaltung meinem Appell folgen würden, wenigstens einige der markanten Funde zu retten und am Originalplatz sichtbar zu machen." Diesen Wunsch hatte die Stadtheimatpflegerin bereits vor einer Woche bei einem Treffen mit den Verantwortlichen geäußert.
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