Stahlstütze muss mit Beton ausgegossen werden
"Ärgerliche" Nacharbeit am Klinikum

So sieht die Helikopterplattform auf dem Plan aus, wobei die Landefläche aus Aluminium ist, während die Tragkonstruktion aus Stahlstützen besteht.

Am 10. Januar hat das Klinikum St. Marien seinen vierten Bauabschnitt offiziell eingeweiht. Nur rund zwei Wochen später rückten erneut die Bauarbeiter an. Sie mussten im zweiten und dritten Stock des nagelneuen Gebäudes an zwei Stellen noch einmal die Decken aufmachen, die eigentlich schon fertig waren.

Hinter den Öffnungen liegt eine durchgängige, bis zum Dach reichende Stahlstütze, die mit Beton ertüchtigt werden muss. Das ist eine Forderung des Prüfstatikers, wie Klinikumsvorstand Manfred Wendl auf Anfrage der AZ bestätigte. Daraus jedoch "statische Probleme" für Teile des Hauses abzuleiten - wie es gerüchteweise über die Gänge kursierte -, ist nach seinen Worten falsch. Laut Wendl ist die Maßnahme, die er als "Nachbesserung" bezeichnet, vielmehr im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Hubschrauber-Landeplattform zwischen den zwei Dachschenkeln von Bauabschnitt 4 zu sehen.

Insolvenz folgt neue Firma


Mit diesem Projekt hatte das Klinikum schon in der Vergangenheit seine liebe Not. Genauer gesagt war es die beauftragte Firma, die im Herbst 2014 in die Insolvenz ging und ihre Arbeit in Amberg außer der Planung und einer ersten Teilefertigung gar nicht mehr richtig aufnahm. Durch die Konkursanmeldung musste St. Marien das Thema erneut ausschreiben und ein Nachfolgeunternehmen einsetzen. Nach Wendls Auskunft baut diese Firma das Lande-Traggerüst für den Helikopter etwas anders. Deshalb solle die jetzt teils freigelegte Stahlstütze nicht nur für senkrecht, sondern auch für schräg auftretende Lasten neu gefestigt werden. Im Klartext heißt das, dass sie nach Weisung des Statikers mit Beton ausgegossen werden muss, was derzeit passiert.

Restarbeit verzögert Umzug


Dass diese Nachbesserung erst "zum jetzigen Zeitpunkt kommt", ist für Wendl "nicht gut" und "ärgerlich". Dennoch kann der Bau der aus Stahl und Alu bestehenden Plattform nach seiner Schilderung Ende Februar beginnen. Auch sonst seien noch einige "Restarbeiten" in Teilen des vierten Bauabschnitts zu erledigen. Dadurch haben sich die bereits geplanten Umzüge einiger Abteilungen verschoben. Um rund zwei Wochen, sagt Wendl und betont, dass "Sicherheit vorgeht".

Er meint damit neben der für ein Krankenhaus nötigen Sauberkeit auch kleine Arbeiten wie noch fehlende Türblätter, Schlösser, einzelne Fliesen oder Wandverkleidungsteile. Wendl legte aber Wert auf die Feststellung, dass weitere Einzüge ohnehin bis Monatsschluss vorgesehen waren, was sich nun eben bis Ende März ziehen wird. Bereits in Betrieb im vierten Bauabschnitt sind der neue Kernspintomograph und die Funktionsdiagnostik. (Angemerkt)
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