Stefanie Wyrobisch zur Pfarrerin ordiniert
Alle Wege führen wieder nach Amberg

Durch gemeinsames Handauflegen ordinierten (von links) Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss, die Assistenten Annett Böhm, Pfarrer Roland Böhmländer und Dr. Rainer Oechslen sowie (verdeckt) Monika Kleierl die neue Pfarrerin Stefanie Wyrobisch. Bild: gf

Mit der feierlichen Ordination ist Stefanie Wyrobisch fortan Pfarrerin der Evangelischen Landeskirche. Sie wird das Evangelium Christi verkünden und die Sakramente verwalten, erläuterte Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss am Samstag in der Paulanerkirche.

Hochrangige evangelische Würdenträger, Oberbürgermeister Michael Cerny und die stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann unterstrichen durch ihre Anwesenheit die Bedeutung der Ordination von Pfarrerin Stefanie Wyrobisch, die in der Paulanerkirche konfirmiert worden war und in der Paulanergemeinde auch ihr Vikariat ableisten durfte. Sie wird künftig in Neuendettelsau wissenschaftlich tätig sein und will dort zudem promovieren.

Voller Inspiration


Pfarrer Joachim von Kölichen betonte, dass Stefanie Wyrobisch mit ihrem inspirierenden Dienst als Vikarin in der Paulanergemeinde Eindruck hinterlassen habe. Stellvertretend für wichtige Lebensbereiche hatte sich Stefanie Wyrobisch für ihre Ordination Assistenten zur Seite gestellt: Pfarrer Roland Böhmländer, ihren Mentor während des Vikariats, Monika Kleierl für die Familie, Annett Böhme für den Freundeskreis und Dr. Rainer Oechslen, den Beauftragten für interreligiösen Dialog und Islamfragen der Evangelischen Landeskirche.

Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss meinte augenzwinkernd, dass alle Wege immer wieder nach Amberg führten. Hier sei die junge Pfarrerin zur Welt gekommen und zur Schule gegangen. Nach dem Theologiestudium in München und an der Augustina-Hochschule in Neuendettelsau sei sie für das Vikariat erneut nach Amberg zurückgekehrt. Stefanie Wyrobisch sei eine reflektierende Theologin, deren Herz für einen interreligiösen Dialog schlage. Studienreisen hatten sie nach Kanada, in den Libanon und nach Südostasien geführt. In Bangkok habe sie in einem Tempel eine moderne buddhistische Form des Ablasshandels erlebt.

Mit religiös inspirierten Reisen sei Stefanie Wyrobisch nicht alleine, so Weiss, denn auch der Apostel Paulus sei häufig auf Reisen gewesen, um den Glauben an Christus bis in die letzten Winkel der Welt zu verkünden, obwohl die Reisen damals ziemlich gefährlich waren, gab es doch keine sicheren Verkehrswege und keine Religionsfreiheit. Auch heute sei der Glaube an Christus nicht die einzige Religion auf der Welt, nicht einmal in Deutschland, Bayern oder der Oberpfalz. Es gebe unterschiedliche Vorstellungen von Religion, Konfession oder Weltanschauung, alle faszinierend, aber mitunter auch verwirrend. Nicht von ungefähr komme die Frage auf, was gelte, wer recht habe. "Oder ist alles gleich gültig?"

Gewinn für Kirche


Auf die großen Fragen der Zeit müssten kluge Antworten gefunden werden, betonte Weiss, und diesen religiösen Fragen werde Stefanie Wyrobisch als Assistentin am Lehrstuhl für Interkulturelle Theologie an der Augustina-Hochschule nachgehen. Als Pfarrerin werde sie eine "Frau der Gemeinde" bleiben, und die evangelische Kirche möge es als Gewinn ansehen, dass ihr eine solche Pfarrerin geschickt worden sei.

Durch gemeinsames Handauflegen des Regionalbischofs und der Assistenten sowie mit Gebeten wurde Stefanie Wyrobisch offiziell als Pfarrerin berufen. Anschließend feierte sie mit den Gläubigen das Abendmahl und bat um Frieden auf der Welt, in der ohne Hass regiert werden sollte.
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