Stellenabbau: 23 Leute sind schon weg
Sparkasse spart an Personal

Dunkle Wolken über der Sparkassen-Zentrale an der Marienstraße: Der Personalabbau schlägt allerdings nicht nur hier am Hauptsitz zu, sondern trifft generell das ganze Unternehmen, wobei die neue Filialstruktur laut Vorstand schon "vorausschauend mit Personalentscheidungen begleitet". Bild: Hartl

Als die Sparkasse Amberg-Sulzbach kürzlich im Landkreis Filialen schloss und Geldautomaten abzog, gab es einen Sturm der Entrüstung. Weit weniger bekannt in der Öffentlichkeit ist ein weiterer Abbau, der sich hinter den Kulissen des Geldinstituts vollzieht. Die Sparkasse reduziert Personal - in nicht geringer Höhe.

Das bestätigte Vorstandsmitglied Werner Dürgner auf Anfrage der AZ. Gleich vorweg: Die Zahl, um die es insgesamt geht, liegt zwischen 40 und 50 Leuten. Das sind rund zehn Prozent der Belegschaft, wobei etwa die Hälfte davon schon im vergangenen Jahr das Haus verlassen hat. Und zwar über die "natürliche Personalfluktuation", wie Dürgner betont.

23 Leute sind schon weg


Konkret spricht er von 23 Mitarbeitern, die allein 2015 gingen und somit den Gesamtstand von 470 auf 447 Beschäftigte sinken ließen. Doch die Schrumpfkur soll weitergehen, weil die Sparkasse insgesamt zehn Prozent ihrer Kosten einsparen will. Auch das verhehlt Dürgner nicht, der vor allem im Bezug aufs Personal von einem Dreijahresplan berichtet, in dem dieses Ziel erreicht werden soll. Abgesegnet und beschlossen wurde er nach seiner Auskunft schon 2014 sowohl vom Verwaltungs- als auch dem Aufsichtsrat.

Dass das Thema jetzt immer stärker nach außen dringt, liegt auch an der Tatsache, dass sich Sparkassen-Leute teilweise andernorts bewerben. Sie klopfen bei anderen Banken an und fragen, ob sie dort ihre berufliche Zukunft fortsetzen können.

Um keinen falschen Zungenschlag hineinzubringen: Die Sparkasse spricht im Zuge ihres Dreijahresplans keine betriebsbedingten Kündigungen aus, aber sie redet teilweise mit Mitarbeitern über Veränderungen innerhalb des Hauses, so Dürgner. Dort, wo nach seinen Worten "die Arbeit weniger wird", biete man andere Möglichkeiten oder Weiterqualifizierungen an. Dass die offenbar nicht jedem gefallen, dafür sind die Bewerbungen bei anderen Arbeitgebern ein Beispiel. Andererseits hebt der Vorstand hervor, dass man den Mitarbeitern mit Wünschen nach Arbeitszeitreduzierung entgegenkomme. "Unsere Teilzeitoffensiven bis hin zum mehrmonatigen Sonderurlaub werden unter anderem für einen längeren Auslandsaufenthalt, einen zeitlich befristeten Ausstieg für ein Studium oder die Pflege von Angehörigen in Anspruch genommen", heißt es in einer Stellungnahme.

Keine Kündigungen


Auch von "attraktiven Altersteilzeitmodellen" ist darin die Rede. "Wir nutzen jede Gelegenheit, um das missliebige Wort betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", betont Dürgner und nennt den "rasanten Umbruch" der Finanzbranche, von dem alle 71 bayerischen Sparkassen betroffen seien, als Ursache für die Entwicklung. Treiber dafür seien die bekannten Faktoren Niedrigzinsphase, Digitalisierung, steigende regulatorische Anforderungen und das sich verändernde Kundenverhalten. "Die Sparkasse hat für sich wichtige unternehmerische Schlussfolgerungen gezogen. Wir sind davon überzeugt, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein", heißt es aus der Marienstraße. (Angemerkt)
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