Stollenprobiertag am Amberger Weihnachtsmarkt
Im Stollen-Schlaraffenland

Der feine Mohnstollen war einer der Favoriten bei der Stollenverkostung am Weihnachtsmarkt. Sechs Bäcker stellten sich mit insgesamt 20 Produkten der Jury. Auch die Marktbesucher durften ihre Meinung zum Gebäck bei der Bäckerinnung abgeben. Bilder: Steinbacher (3)

Saftig und fluffig, klassisch mit Rosinen oder richtig süß mit Marzipan. Beim perfekten Stollen gibt es viele Vorlieben. Beim Stollenprobiertag der Bäckerinnung dürfen die Besucher des Weihnachtsmarktes alles testen.

Der fluffige Teig des Stücks schimmert gelblich. Der Duft von Rosinen, gleichmäßig darin verteilt, vermischt sich mit feinem Buttergeruch. Daneben liegt ein Exemplar für Nussliebhaber: Gehackte Walnussstückchen zieren den Teig. Es gibt auch Stücke mit schwarzer glänzender Mohnfüllung, mit Nüssen oder Marzipan durchzogen. Der Pavillon der Stollenverköstigung auf dem Weihnachtsmarkt ist ein Schlaraffenland.

Auf einem langen Tisch sind sie aufgereiht: Mohnstollen, Stollen mit Quark, Nüssen, Marzipan, Walnuss und klassischer Christstollen. Sechs Bäcker aus der Stadt Amberg und dem Landkreis Amberg-Sulzbach stellen sich mit 20 Varianten den Testern. Einmal im Jahr in der Vorweihnachtszeit gibt es die Aktion der Bäcker, "schon seit ich denken kann", sagt Alfred Schuller, Raigeringer Obermeister der Bäckerinnung. Dieses Mal dürfen die Weihnachtsmarkt-Besucher das Gebäck probieren.

"Wir hatten schon einen Prüfer von der Landesinnung bei uns. Aber eigentlich ist entscheidend, was die Kunden sagen, deswegen dürfen die probieren", sagt Schuller. Die Stollentester füllen einen Bogen aus, auf dem sie ihre Favoriten angeben. Brigitte Bachmann, stellvertretende Landrätin, hat eine Entscheidung getroffen. Ihr schmecken besonders die Varianten mit Mohn und Marzipan. "Und dass, obwohl ich daheim lieber klassisch backe: mit Rosinen, Mandeln, Orangeat und Zitronat."

Veterinärdirektor Dr. Werner Pilz findet alle Gebäckstücke gut. "Es ist schwer, den besten zu finden. Die Qualität ist sehr hoch und Geschmäcker sind verschieden." Das sehen die Marktbesucher auch so: "Ich nehme einen mit Mohn. Meine Frau soll was Leichtes essen, ein Stück Quarkstollen", sagt ein Tester lachend.

Das Backen der Stollen ist eine Kunst. "Es kann vieles schiefgehen", sagt Gabi Wiesnet von der Bäckerinnung. "Wenn der Teig hohl ist, verbrannt und dunkel oder spindig, ist der Stollen misslungen." Wiesnets Innungs-Kollegin Ruth Herbst hat Tipps parat, wie der perfekte Stollen gelingt: "Man braucht gute Zutaten. Und der Hefeteig muss unbedingt lange genug gehen." Das Wichtigste ist das Dampferl, also der Vorteig, erklärt Alfred Schuller: "Mit dem Dampferl wird alles vermischt, außer die Früchte. Die liegen über Nacht in Rum und kommen erst ganz am Ende rein, sonst matschen sie zu sehr."

Der perfekte Stollen ist fluffig und hinterlässt auf der Zunge einen guten Geschmack. Außerdem darf er nicht bitter sein, kein Gewürz darf zu intensiv schmecken. Ansonsten ist beim Stollen fast alles erlaubt, sagt Schuller. "Aber mit Butter und Marmelade beschmieren? Halleluja!"
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