Streit um Frische von Sandwiches
Restaurant-Leiterin abserviert

Es blieb bei einer relativ kurzen Beschäftigungsepisode. Nach rund einem Jahr flatterte der "Subway"-Filialleiterin von Amberg (Foto) und Schwandorf wegen Differenzen um die Hygiene die Kündigung ins Haus. Zu einem letzten Wiedersehen vor dem Arbeitsgericht kam der Ex-Chef nicht. Bild: Steinbacher

Schwandorf/Windischeschenbach. Die Systemgastronomie hat hinsichtlich der Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten einen schlechten Ruf. Der Betreiber von vier "Subway"-Restaurants kann damit offenbar gut leben. Einschlägige Schlagzeilen sind wohl eingepreist. Zeit hatte er jedenfalls nicht, zu einer Arbeitsgerichts-Verhandlung nach Amberg zu kommen.

Also musste bei einem Gütetermin vor der Schwandorfer Kammer sein Anwalt Andreas Schätzler (Weiden) alleine ran und sah sich mit einer keineswegs eingeschüchterten Klägerin konfrontiert. Die junge Frau war Betriebsleiterin der Filialen in Schwandorf und Amberg. Ein Jahr nur. Um diese Kündigung ihres Arbeitgebers ging es.

Warum, weshalb, das wurde nicht detailliert erörtert. Dazu war die Verärgerung der Ex-Beschäftigten offenbar noch zu frisch. Ende Januar flatterte ihr ohne jegliche Begründung die Kündigung ins Haus, monierte ihr Anwalt. Meinungsverschiedenheiten über die Betriebsführung und einzuhaltenden Hygienevorschriften zwischen ihr und dem Chef waren offenbar eskaliert. Schließlich hätte sie den Kopf hinhalten müssen, verwies die Frau abermals darauf, immer wieder angemahnt zu haben, dass es um die Frische der Esswaren nicht allzu gut bestellt gewesen sei.

Diese Diskussionen brachten wohl nicht das gewünschte Ergebnis mit sich. Die Filialleiterin holte die Lebensmittelüberwachung ins Haus. Gefunden worden sei nichts, unterstrich Schätzler. Der Arbeitgeber habe das Vertrauen in seine Angestellte verloren und daher rechtmäßig gekündigt. Vertieft wurde das nicht, das Gericht drängte darauf, sich auf die Frage zu konzentrieren, ob ein Vergleich beider Parteien möglich sei.

Gerne hätte die Klägerin noch mehr Vorwürfe gegen ihren Ex-Chef vor dem Richter ausgebreitet und deutete Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung oder abstruse Verzehrpauschalen, die den Mitarbeitern vom Lohn abgezogen würden, an. Unter dem Vorbehalt einer zweiwöchigen Widerrufsfrist verständigten sich die Beteiligten schließlich doch noch auf einen Vorschlag zu einer gütlichen Einigung. Danach soll die junge Frau mit 3000 Euro abgefunden werden, ordentliche Zeugnisse und Papiere bekommen und diese Beschäftigungs-Episode ein Ende haben. Vielsagend war eine Anmerkung des Anwalts der Klägerin, Mike Thümmler. Wenn die Einigung zustande komme, möge das Gericht doch gleich eine vollstreckbare Ausfertigung des Vergleichs ausstellen, damit nicht noch ein Prozess geführt werden müsse. Der Betreiber der vier "Subway"-Restaurants in Amberg, Schwandorf, Weiden und Windischeschenbach hatte schon kurz nach der Eröffnung seiner Filialen Schlagzeilen gemacht.
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