Sudetendeutsche Landsmannschaft beklagt Informationsdefizite zur Vertreibungsgeschichte
Politiker und Lehrer mit Wissenslücken

Auch Kreisvorsitzender Hans Dittrich (links) freute sich, dass Friedrich Nitschmann (rechts) erneut an die Spitze der Amberger Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft gewählt worden ist. Weiteres Vorstandsmitglied ist Charlotte Bayerl (Mitte). Bild: hfz

"Viele Mandatsträger, Politiker und Lehrer haben zum Teil erhebliche Wissenslücken beim Thema Flucht, Vertreibung und Integration der aus dem Osten gekommenen Deutschen." Das bedauert Friedrich Nitschmann, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

Er machte diese Aussage laut Presseinformation auf der Jahreshauptversammlung der Amberger Ortsgruppe im Altstadt-Hotel. Dort teilte er mit, dass er sich deswegen in etlichen Briefaktionen mit Informationen zu Fragen der alten Heimat an entsprechende Empfänger gewandt habe. Über 4000 Kopien zur "Ostkunde" habe er für die Landsmannschaft erstellt und verteilt.

Darin, aber auch bei der Versammlung, erinnerte Nitschmann, dass "für viele Sudetendeutsche mit dem Kriegsende 1945 eine schlimme Leidenszeit begonnen hatte. Sie wurden gezwungen, ein schwarzes ,N' für Nemec (=Deutscher) auf weißem Grund auf der Brust oder einer Armbinde zu tragen - damit waren sie praktisch rechtlos." Noch heute habe das entsprechende Benesch-Dekret seine Gültigkeit, was "eindeutig der Rechtsordnung in der Wertegemeinschaft der EU widerspricht", so Nitschmann.

Über 240 000 Sudetendeutsche hatten die Verfolgung nach seiner Auskunft nicht überlebt, waren seelisch geschädigt. "Trotz leidvoller Erfahrungen sind viele zur Versöhnung auf der Grundlage von Wahrheit, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit bereit", betonte der Vorsitzende. Aufgabe der Landsmannschaft sei es, "an die Wurzeln unserer 800-jährigen Geschichte zu erinnern".

Als Schatzmeister stellte Nitschmann auch die Finanzsituation dar und bekam von den Kassenprüfern Renate Weigl und Michael Dürr eine ordnungsgemäße Buchführung bescheinigt. Die turnusgemäß anstehenden Neuwahlen brachten kaum Veränderungen (siehe Kasten).

Außerdem wurde auf den Tag der Heimat im September 2014 auf Nitschmanns Ranch samt zwei dort aufgestellten Gedenksteinen in Oberbernstein zurückgeblickt (AZ berichtete). Kreisvorsitzender Hans Dittrich blendete auf die Muttertagsfeier in Fichtenhof, die Studienfahrt ins Bauernmuseum Eberhardsbühl und die Weihnachtsfeier zurück (auch heuer ist eine Studienreise geplant).

Ergebnisse der NeuwahlenVorsitzender (Obmann): Friedrich Nitschmann

Stellvertreter: Renate Bittner

Vermögensverwalter: Friedrich Nitschmann (Stellvertreter Renate Bittner)

Schriftführer: Friedrich Nitschmann

Kassenprüfer: Renate Weigl, Kassenprüfer Michael Dürr

Weitere Vostandsmitglieder: Charlotte Bayerl, Eberhard Rönnebeck
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