Süddeutscher Neurochirurgentag in Amberg
Hilfe bei Hirnverletzungen

Experten unter sich: Dr. Ollila aus Finnland, Prof. Dr. Andrea Kleindienst, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie, und Privatdozent Dr. Richard Megele, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum St. Marien Amberg. Bild: hfz

Beim Süddeutschen Neurochirurgen-Tag im großen Rathaussaal tauschten sich die Experten über Neuerungen aus. Diese sollen den Patienten zugute kommen.

Interdisziplinärer Gedankenaustausch, Weiterbildung, Vernetzung. Darum ging es bei dieser Veranstaltung. Rund 70 Neurochirurgen, Neurologen und Unfallchirurgen aus Bayern und Baden-Württemberg folgten der Einladung von Privatdozent Dr. Richard Megele, dem Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum St. Marien Amberg.

Bei der Fachtagung standen verschiedene Themen rund um die Behandlung von Hirn- und Wirbelsäulenerkrankungen im Fokus. Beispielsweise wurde von einem Referenten aus Finnland eine innovative Substanz vorgestellt, die nach ersten Ergebnissen die Ausheilung von Entzündungen an der Wirbelsäule erheblich beschleunigt, ohne dass der betroffene Patient zusätzlich ein Antibiotikum braucht.

"Außerdem geht es bei solchen Veranstaltungen auch immer um die neuesten Therapierichtlinien", erklärt Prof. Dr. Andrea Kleindienst, Leitende Oberärztin der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum St. Marien und Organisatorin des Neurochirurgen-Tages 2016. "Hier werden die neuesten Studien und Forschungsergebnisse zu möglichen neuen Therapien vorgestellt, von denen am Ende natürlich unsere Patienten profitieren können." Ein Beispiel dafür ist laut Kleindienst die sogenannte Nostra-III-Studie: Hier geht es um die einzige aktuell laufende Therapiestudie zu schweren Schädel-Hirn-Verletzungen. Untersucht werden Medikamente zur Behandlung von Schädel-Hirn-Traumata.

Bisher gibt es für solche Verletzungen noch keine passende medikamentöse Therapie. "Das schwere Schädel-Hirn-Trauma ist mit rund 300 neuerkrankten Patienten pro 100 000 Einwohnern pro Jahr nach wie vor das häufigste und gravierendste Problem der Neurochirurgie. Denn bei etwa zwei Drittel der Patienten sehen die Langzeitprognosen nach einem solchen Trauma nicht sehr gut aus", verdeutlicht Kleindienst und fügt hinzu: "Die Nostra-III-Studie könnte auf diesem Gebiet eine deutliche Verbesserung bringen, wenn es darum geht, die Hirnschwellung bei Patienten nach einem Unfall zu reduzieren und so nicht nur das Überleben der Betroffenen sondern auch die funktionelle Erholung deutlich zu verbessern."
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