Superator-Zeit beim Bruckmüller
Frische Luft kann auch schaden

Diese Schlagkraft traut man der Birgit Fruth gar nicht zu. Als sie beim Anzapfen ausholte, entschied sich Anton Bruckmüller (links) für einen Sicherheitsabstand, während Wirt Josef Forster (rechts) das Superator-Fass festhielt. Drei Schläge, kein Tropfen daneben, ein gelungener Bockbieranstich. Bild: gf

In die Jahre gekommen ist der Superator, das Bockbier der Brauerei Bruckmüller. Es ist nun 44 Jahre her, dass die Amberger Zeitung nicht unwesentlich an der Namensfindung für den Doppelbock beteiligt war.

Nichts geändert hat sich seither an der Rezeptur des Bieres, für das Diplom-Braumeister Anton Bruckmüller jun. nach wie vor nur Hopfen, Malz, Hefe und feinste Amberger Quellwasser verwendet. Streng nach dem Bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516.

Etwas aus der "Schusslinie" rückten die Gäste im Bräuwirtshaus Bruckmüller am Freitagabend, als sich Birgit Fruth, die Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, anschickte, das erste Fast Superator anzustechen. Dies, nachdem Fruth angemerkt hatte, dass sie in Sachen Anzapfen noch jungfräulich sei. Sie sehe es allerdings als eine große Ehre und vor allem als Herausforderung an, die Starkbierzeit im Bruckmüller zu eröffnen, betonte die Kommunalpolitikerin und versprach, ihr Bestes zu geben.

Kräftig Schwung geholt


Ausgerüstet mit grüner Schürze, Holzschlegel und Zapfhahn, machte sich Birgit Fruth ans Werk. Gastronom Josef Forster hielt das Fass fest - und Anton Bruckmüller wich zur Seite, als die SPD-Frau kräftig Schwung holte, zweimal draufschlug und zur Sicherheit noch einen dritten Treffer setzte. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Der Hahn saß fest und sicher im Fass, ohne dass nur ein Tropfen des köstlichen Trunks verspritzt worden war. Boshafte Neider könnten unterstellen, der Bruckmüller habe der Fruth ein leeres Fass zum Anzapfen organisiert.

Nachdem der Superator in die Maßkrüge geflossen war, stießen Birgit Fruth, Anton Bruckmüller und Josef Forster mit einem gemeinsamen Prost auf die Starkbierzeit an, die bis Gründonnerstag dauern wird. Vor fünf Monaten habe er den Bock einbrauen lassen, erzählte Bruckmüller, bei null Grad sei die Würze gelagert worden, die anschließend gefiltert und abgefüllt wurde. Bernsteinfarben schimmere der Superator in den Gläsern, er lasse sich gut trinken, könne aber gefährlich wirken, wenn man vom Wirtshaus an die frische Luft komme.

Essen nicht vergessen


Ein wenig vorsorgen könne der Genießer, meinte Bruckmüller, wenn er sich vor dem Superator eine deftige Unterlage aus der Küche von Josef Forster servieren lasse. Er sei übrigens der Wirt mit dem mittlerweile längsten Pachtvertrag in Amberg - mehr als 40 Jahre. Über die eingebrauten Hektoliter schweigt sich Bruckmüller aus, der Superator werde aber in der Fastenzeit nicht ausgehen, versicherte der Braumeister mit einem Augenzwinkern.

Die Bruckmüller-Hausband Dingl-Dangl ist auch schon gut vier Jahrzehnte dabei, versteht es "im gesetzteren Alter" jedoch immer noch, dass beim Superator-Anstich die richtige Stimmung aufkommt.
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