Tafel zieht Bilanz
"Wir schaffen das"

Auf ihre fleißigen Helfer kann die Tafel bauen: Sie engagieren sich vielfältig, damit Lebensmittel an bedürftige Menschen ausgegeben werden. Aktuell sind 796 Haushalte bei der Einrichtung registriert. Versorgt werden 1087 Erwachsene und 621 Kinder. Archivbild: Huber
 
Wir haben sehr viele Helfer, die vom allerersten Tag an mit dabei sind.

"Wir schaffen das." Das sagt nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch Bernhard Saurenbach. Denn Flüchtlinge kommen auch zur Tafel, um sich Lebensmittel zu holen. "Ich hoffe, dass wir das auch 2016 noch schaffen", so der Vorsitzende der Einrichtung.

Der Flüchtlingsstrom nach Deutschland reißt nicht ab, tägtäglich kommen Menschen. Dies spürt auch die Amberger Tafel, die am Mittwochabend in der Alten Kaserne ihre Jahreshauptversammlung abgehalten hat.

Flüchtlinge kommen auch


Im vergangenen Jahr seien immer dienstags, wenn die Ausweise ausgestellt werden, viele fremdländische Menschen gekommen, um sich einen ausstellen zu lassen. Saurenbach nannte auch Zahlen zu den Flüchtlingen: Versorgt mit Lebensmittel werden 171 Haushalte mit 253 Erwachsenen und 227 Kindern (Tafel-Kunden insgesamt: 796 Haushalte mit 1087 Erwachsenen und 621 Kindern). Angesichts der Masse an Menschen habe die Einrichtung eine Grenze ziehen müssen, erklärte Saurenbach. Versorgt würden Flüchtlinge aus Kriegsgebieten (Afghanistan, Irak, Syrien, Eritrea), da diese anerkannt würden.

"Ich hoffe, dass wir das auch 2016 noch schaffen", sagte Saurenbach und erklärte, dass dieser Personenkreis für die Ausgabe der Lebensmittel zusammengefasst wurde. Ein Vorteil sei, dass dadurch immer jemand da sei, der Arabisch, Kurdisch oder Farsi spreche und übersetzen könne. Für die Helfer sei es auch eine Erleichterung, sie könnten die Lebensmittel vorher für diesen Personenkreis sortieren, zum Beispiel alles ohne Schweinefleisch, weil Moslems dies nicht essen. Bernhard Saurenbach bedauerte, dass in Bezug auf Flüchtlinge auch Gerüchte im Umlauf seien. Eines sei ihm erst kürzlich zu Ohren gekommen. "Flüchtlinge kommen zuerst dran", hieß es. "Das stimmt nicht", stellte Saurenbach richtig und verwies auf das Nummernsystem der Tafel.

Das Zehnjährige gefeiert


Im April hatte der Verein sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Von 74 Mitgliedern im Gründungsjahr ist er auf zwischenzeitlich 221 angewachsen. Die Feier war laut Saurenbach ein Dankeschön an die zahlreichen Helfer. "Eigentlich müssten wir das jedes Jahr machen." Der Vorsitzende zeigte sich stolz auf die Leistung der Helfer, die im vergangenen Jahr 22 000 Stunden für die Einrichtung geleistet haben und eine tolle Gemeinschaft seien.

Ob Schultaschen-Aktion (30 Schüler bekamen im Mai 2015 ein komplett neues Set), Einladungen für 16 Kinder in ein Ferienlager bei Zwiesel (Saurenbach: "Das war ganz toll für die Kinder") oder die Kulturtafel (Tickets für Veranstaltungen im ACC oder im Stadttheater, Konzerte der Amberger Klangkörper und alleine 220 Karten für die Traumfabrik): Saurenbach und seine Mitstreiter freuten sich, dass sie ihre Kunden auf vielfältige Weise unterstützen konnten.

Tafel-SplitterRäume umgestaltet

Dank einer Erbschaft konnte die Tafel im vergangenen Jahr Geld in die Hand nehmen, um ihre Räume in der Sulzbacher Straße umzugestalten. Und noch eine Investition wurde 2015 getätigt: Als Ersatz für ein schon älteres Fahrzeug schaffte die Einrichtung einen 45 000 Euro teuren Mercedes Sprinter an.

Lösung fürs Parken

Eine Stunde 50 Cent, fünf Stunden ein Euro: Da das Parkdeck Kräuterwiese bewirtschaftet wird, hatte die Amberger Tafel die Stadt gebeten, einen Zuschuss für ihre Kunden zu gewähren, die zur Ausgabe der Lebensmittel ja auch irgendwo parken müssen. Laut Vorsitzendem Bernhard Saurenbach wurde eine Lösung gefunden. Die Stadt stellt einen Zuschuss von 400 Euro zur Verfügung. Die Tafel-Kunden kriegen pro zehn Parkscheine, die sie abgeben, dann fünf Euro. Für die Helfer sei es problematischer. "Wenn sie 20 Euro an Parkgebühren zusammenhaben, dann erstatten wir ihnen das", so Saurenbach.

Weihnachts-Wünsche

Die Weihnachts-Ausgabe der Tafel sei jährlich ein Highlight, betonte Saurenbach. Insgesamt wurden dank Unterstützung von Siemens, Gewerbebau und Real 250 Karten ausgegeben, um Weihnachtswünsche der Kinder zu erfüllen. 150 Geschenkpäckchen stellten die Schülerinnen des Dr.-Johanna-Decker-Gymnasiums zusammen, 100 Paar selbst gestrickte Socken hatten fleißige Frauen angefertigt. (san)
Wir haben sehr viele Helfer, die vom allerersten Tag an mit dabei sind.Bernhard Saurenbach, Vorsitzender der Tafel
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.