Tag der Betriebe in der Amberger JVA
Firmen hinter Mauern

Anstaltsleiter Peter Möbius neben dem Verkaufsstand der JVA-Schneiderei. Bild: wpt

Man sieht von außen nicht viel, wenn man an den hohen grauen Mauern mit dem Auto vorbeifährt. Dass dahinter die JVA ist, wissen die Leute. Was sie eher nicht wissen: dass diese eigentlich "wie eine kleine, in sich geschlossene Stadt funktioniert".

So beschrieb es Anstaltsleiter Peter Möbius beim Tag der Betriebe. Den meisten Bürgern sei nicht bewusst, dass es in der Justizvollzugsanstalt ganze 24 Betriebe gibt. Dort hätten die Gefangenen die Chance auf eine Ausbildung, die sie mit der Gesellenprüfung abschließen könnten. Der Tag der Betriebe bot die Gelegenheit, der Bevölkerung einmal zu zeigen, wie das Arbeitsleben hinter Gefängnismauern ausschaut.

"Meiner Meinung nach ist der Vollzug das Spiegelbild der Gesellschaft, und ich möchte beweisen, dass die Menschen, die hier eine Strafe absitzen, mehr können als nur Tüten kleben. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass diesen Menschen die Möglichkeit geboten wird, auch während ihrer Haftzeit handwerkliche Fähigkeiten zu erlernen", sagte Möbius.

Unter anderem stellten die Schlosserei, die Gärtnerei und die Schneiderei ihre Produkte aus, die die Besucher kaufen konnten. "Wir bieten heute auch Deko Artikel, Gartenkeramik sowie Vogel- und Futterhäuser an, die im Rahmen der Sozial- und Arbeitstherapie entstanden sind", erzählte Möbius bei einem Rundgang. Die Arbeitstherapie solle einzelnen Gefangenen zur Entlassungs-Vorbereitung dienen und gleichzeitig das Gefühl für soziale Verantwortung steigern.

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten sowohl die JVA-interne Bäckerei als auch die Küche der Mitarbeiterkantine. Insgesamt war der Tag der Betriebe für Möbius ein voller Erfolg: "Wir hatten heute Vormittag schon eine Führung, bei der die 90 Bediensteten sechs Angehörige mitbringen konnten, um ihnen mal zu zeigen, wo sie arbeiten. Am Ende sind 586 Familienmitglieder gekommen - und wir mussten unsere Führung öfter machen."

Die große Zahl der Gäste machte sich auch in der Kantine bemerkbar: Bis 14 Uhr hatte das Personal dort bereits um die 350 Essensportionen ausgegeben.
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