Tagung über die Zukunft der Arbeit und betriebliches Gesundheitsmanagement im ACC
Wenn der Job krank macht

Knapp 120 Zuschauer kamen zur Tagung zum Gesundheitsmanagement im Betrieb. Bild: Steinbacher

Bei einem schlechten Betriebsklima klagen 66,6 Prozent der Mitarbeiter über körperliche Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit stehen. Bei einer guten sind es lediglich 32 Prozent. Das steht im Fehlzeiten-Report der AOK. Die Krankenkasse veranstaltete deshalb im Amberger Kongresszentrum eine Tagung zu Gesundheitsmanagement in Betrieben.

Dass dieses Thema wichtig ist, konnte Annette Scheder, Bereichsleiterin für Gesundheitsförderung, mit den Zahlen aus dem Report schnell belegen. Denn unzufriedene Mitarbeiter fehlen häufiger. Bei einer schlecht bewerteten Unternehmenskultur hat nahezu jeder Dritte (31 Prozent) im vergangenen Jahr mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. Bei einer positiv erlebten Unternehmenskultur war dies nur etwa jeder Sechste (16,9 Prozent). Kranke Mitarbeiter sind nicht nur für den Arbeitgeber, sondern auch für die Krankenkassen belastend. "Wer im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen will, braucht gesunde Mitarbeiter", sagte Scheder. Dazu sprach die Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie Prof. Antje Ducki aus Berlin. Auch sie mit einem Bericht "Die Zukunft der Arbeit" im Gepäck, der alarmierte. "Das liest sich wie ein Krimi", sagte Ducki. Die globale Arbeitslosigkeit würde 2050 von heute 6 Prozent auf 24 Prozent steigen. Grund ist die Technisierung. "Alles wird automatisiert, was automatisiert werden kann", heißt es dort. Doch auch neue Zukunftsberufe könnten entstehen wie Innenausstatter für virtuelle Räume oder Algorithmen-Versicherer.

Für Betriebe bedeutet die Zukunft vor allem, dass Arbeit immer mehr im virtuellen Raum stattfindet und Arbeitsplätze mobil sind. Dies hat nach Meinung der Berliner Professorin auch Vorteile. Was jedoch in dieser entgrenzten Arbeitssituation hilft, ist Mitarbeiter am Unternehmensentscheidungen zu beteiligen. Für Führungskräfte empfahl sie, trotz des Stresses ihr Mitgefühl zu stärken.
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