Tierschützer demonstrieren, Bündnis „Tiere gehören zum Circus“ will OB aufklären
Für und gegen Wildtiere

Ihre beiden Pressemitteilungen, die sie am Samstag verschickten, liegen nur eine knappe Stunde auseinander. Ihre Positionen sind dagegen meilenweit voneinander entfernt. Der Absender um 16.12 Uhr heißt: Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus". Der Absender um 17.15 Uhr nennt sich: Aktionsgruppe Tierrechte Bayern. Anlass für die beiden E-Mails ist das Gastspiel des Circus Krone in Amberg.

Die Tierschützer fordern ein Wildtierverbot und rufen zu einer Protestaktion vor dem Zirkus auf. Am Samstag, 23. Oktober, von 18 bis 20.30 Uhr und am Sonntag, 24. Oktober, von 13 bis 15.30 Uhr, initiiert der Verein "TierrechteAktiv" aus Regensburg eine Demonstration auf dem Messegelände an der Bruno-Hofer-Straße. Die "Aktionsgruppe Tierrechte Bayern" kritisiert die Stadtverwaltung Amberg für die Genehmigung des Circus-Gastspiels. "Tiere, insbesondere Wildtiere, können in einem reisenden Zirkusbetrieb systembedingt niemals artgerecht gehalten werden", erklärte Simon Fischer, Mitgründer und Sprecher der Aktionsgruppe. Im Betrieb sind rund 200 Tiere, darunter zahlreiche Wildtiere wie Löwen, Tiger, Elefanten, Seelöwen und ein Nashorn.

Bei vielen Krone-Tieren zeige sich nach Angaben der Aktionsgruppe die nicht artgerechte Haltung in Form von Verhaltensstörungen. Immer wieder wurde ein solches Verhalten, wie das sogenannte "Weben" bei Elefanten und Pferden, beobachtet - außerdem stereotype Bewegungsabläufe bei den Raubtieren. Dieses Verhalten sei Ausdruck von seelischem, psychischem Leid, informierte der Sprecher. Er verweist auf Videoaufnahmen, die nach eigenen Angaben im September in Neumarkt gemacht wurden und diese Aussagen belegen würden.

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Michael Cerny meldet sich das Aktionsbündnis "Tiere gehören zum Circus" zu Wort. Sie bezeichnen sich selbst als "ehrenamtlicher Zusammenschluss biologisch interessierter Zirkusliebhaber". Sie sagen, die Behauptung von PETA, Veterinärämter hätten in den vergangenen Jahren wiederholt "gravierende Missstände" bei der Tierhaltung im Circus Krone festgestellt, sei falsch.

"In der 111 Jahre langen Geschichte des Circus Krone gab es nur einmal ein Bußgeldverfahren - wegen zwei kleinen Unregelmäßigkeiten in der Tierhaltung, die bei einem Kontrollgang im Jahre 2006 festgestellt wurden." Ansonsten sei dem Circus Krone von den kontrollierenden Amtstierärzten unzählige Male eine einwandfreie Tierhaltung attestiert worden. Dies könne man in den Tierbestandsbüchern des Unternehmens nachlesen.
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