Toleranz und Religiosität in Pfalz-Sulzbach
Spannender Vortrag

Die Geschichte der Nachbarstädte Amberg und Sulzbach im "alten Reich" könnte unterschiedlicher nicht sein. Amberg, seit 1269 wittelsbachisch, war bis zum Dreißigjährigen Krieg pfälzisch, oberpfälzisch und danach bairisch. Während Sulzbach 1656 sogar ein eigenes souveränes Territorium wurde. Dieses Gebilde war das souveräne, eigenständige Fürstentum Pfalz Sulzbach.

Noch ungewöhnlicher: Im konfessionellen Zeitalter entwickelte sich Pfalz Sulzbach unter Herzog Christian August zu einem seltenen Hort der Toleranz und religiösen Liberalität. Katholiken, Lutherische, Calvinisten, Spirituelle und Juden waren in seinem Fürstentum willkommen und konnten unter seinem Schutz ihre Religion ohne Angst ausüben.

Über die Geschichte des Fürstentums während pfalz-sulzbacher Zeit referiert Peter Geiger bei der Regionalgruppe Amberg des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg am Dienstag, 12. Januar. Der Vortrag findet in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung um 19.30 Uhr im KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3, statt. Der Eintritt ist frei.

Die Wurzeln dieses bemerkenswerten Fürstentums reichen weit zurück in die Zeit des Landshuter Erbfolgekrieges im Jahre 1504, als das damals bairische Sulzbach ein Teil des neugeschaffenen Territoriums Pfalz Neuburg wurde. Es entstand aus Gebieten der untereinander zerstrittenen Wittelsbacher Linien: Landshut, München und Kurpfalz. 1656 erreicht Herzog Christian August die Unabhängigkeit und Souveränität seines Territoriums und wird hier zum Garanten religiöser Toleranz. Ebenso wird der Sulzbacher Hof zu einem Brennpunkt der Europäischen Geistesgeschichte, an dem sich nicht nur Knorr von Rosenroth aufhält, sondern sich auch viele andere Geistesgrößen Europas begegnen.

Ebenso bemerkenswert ist die weitere Geschichte Sulzbachs: Christian Augusts Urenkel und Nachfolger, der Sulzbacher Pfalzgraf Carl IV. Theodor, wird ab 1728 sukzessive zum Erben von sieben Fürstentümern, darunter die Kurpfalz und Baiern. Ab 1777 war das Kurfürstentum Baiern tatsächlich sulzbachisch.
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