Übergangslösung sichert ÖPNV-Anbindung von Luitpoldhöhe
Mit Kleinbus und ohne Wende

Neu ist das Problem nicht, aber offenbar schwer zu lösen: Wenn der Ortsteil Luitpoldhöhe vom ÖPNV auf der Linie 7 mit einem zwölf Meter langen Omnibus bedient wird, muss das Fahrzeug auf eine unzulässige Weise wenden - indem es ohne Einweiser rückwärts in eine öffentliche Straße stößt. Eine öffentliche Verkehrsfläche, auf der so ein Bus in einem Zug wenden könnte, gibt es dort nicht, wie in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) noch einmal betont wurde.

Hinzu kommt, dass der Bereich, in dem zurückgestoßen wird, eine kleine Mauer und ein Abhang dahinter aufweist. Vor allem bei Schneeglätte gilt diese Konstellation als sehr gefährlich, weshalb die Polizeiinspektion Amberg dem Wenden sehr kritisch gegenübersteht.

Da die Firma Linzer nicht mehr bereit war, das Haftungsrisiko bei einem Unfall zu tragen, wird der Ortsteil seit dem 1. Oktober nach einem neuen Modell bedient, bei dem kein Wenden erforderlich ist: Ein Kleinbus kommt im 60-Minuten-Takt nach Luitpoldhöhe, und die Fahrtroute wurde grundsätzlich gedreht. Das heißt, der Bus, der aus der Stadt kommt, biegt auf der Sulzbacher Straße nach links in Richtung Gümbelstraße ab. So vermeidet man, dass der Steilhang der Dr.-Robert-Prell-Straße im Winter bergab befahren werden muss.

Bei Glätte kommt kein Bus


Für das Bergauffahren gilt jetzt laut Sitzungsvorlage die Vorgabe: "Bereits auf der Sulzbacher Straße kann und muss der Fahrer entscheiden, ob der Winterdienst ausreichend gut durchgeführt worden ist. Ist kein Winterdienst durchgeführt worden, fährt der Bus nicht hoch, es werden keine Haltestellen im Ortsteil bedient."

Diese Übergangslösung soll aber nach dem Willen der Verbandsversammlung durch eine andere Variante abgelöst werden. Deren Voraussetzungen muss die Stadt Amberg noch schaffen: den Bau einer Wendeschleife im Bereich des ehemaligen Spielplatzes an der Hans-Böckler-Straße. Da Luitpoldhöhe weiterhin nur mit einem Kleinbus (im 60-Minuten-Takt) bedient wird, lässt sich diese Wendeschleife nach Berechnungen des Stadtplanungsamtes für etwa 70 000 Euro errichten. Das Grundstück gehört bereits der Stadt.

Vorteile dieser Variante sind: In der Hans-Böckler-Straße braucht es kein vollständiges Halteverbot, und der bisherige Routenverlauf kann beibehalten werden, was es möglich macht, alle drei Haltestellen weiter anzufahren. Fraglich ist allerdings, ob die Kapazität des Kleinbusses immer ausreicht. Ein zweiter Bus, um im weiteren Streckenverlauf die Ortschaften Traßlberg und Witzlhof zuverlässig zu bedienen, hätte höhere Kosten (Ausgleichsleistung) zur Folge. Um eine sinnvolle langfristige Lösung zu bekommen, entschied sich die Verbandsversammlung aber für diese Variante.
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