Umbau in der Georgenstraße
Zukunft von Hussel unklar

Im Innenhof der Georgenstraße 7 rissen Bauarbeiter vergangene Woche eine marode Außenwand vollständig ab. Bild: Konrad

Für die Einzelhändler der Georgenstraße 7 und 9 war es ein Schock. Im vergangenen August sah die Bauverwaltung keine Alternative mehr: Häuser verlassen! Akute Einsturzgefahr!

Das Technische Hilfswerk (THW) war damals mit zwei Dutzend Einsatzkräften angerückt, um an einer Notsicherung zu arbeiten. Doch ohne Erfolg: Zwei Wochen später stellten Sachkundige eine weitere Bewegung im Gebäude fest. Drastische Risse hatten sich gebildet. Auf Anordnung der Bauverwaltung mussten die Geschäfte Hussel, der O2-Handyladen und Bonita bis auf Weiteres schließen.

Baureferent Markus Kühne teilte damals auf Anfrage mit, Kern des Übels sei eine marode Wand zwischen zwei Gebäudeteilen. Seit mehr als einem halben Jahr sind die Bauarbeiter jetzt an den gefährdeten Gebäuden zugange. Vergangene Woche haben sie einen wichtigen Schritt geschafft: Die einsturzgefährdete Wand ist abgetragen. Wie Bauleiter Manfred Braun berichtet, sei der Gebäudeteil zwischen Hussel und Bonita zunächst durch eine Holzrahmenbauweise ausgesteift worden. Hierzu mussten auch aufliegende Teile entfernt werden. "Da war ein alter Keller drunter, der ist mit Beton verfüllt worden", erklärt der Inhaber von Bauservice Braun. "Jetzt kommt da eine Betonplatte drüber, dann mauern wir die Wand und die Lücken vollflächig aus. Über das Erdgeschoss kommt eine Betondecke." Die Renovierungen würden mindestens noch bis Juni dauern.

Der Süßwarenladen Hussel ist derzeit das einzige Geschäft, das noch geschlossen ist. Kunden von Bonita konnten bereits im vergangenen Jahr dort wieder einkaufen. Der benachbarte O2-Handyladen feierte am 1. März Neueröffnung. "Wir hatten sechs Monate zu. Es hat geheißen, es ist schon fraglich, ob das Geschäft so weitergeführt wird", sagt ein Verkäufer. Sowohl im Handyladen als auch bei Bonita finden regelmäßige Kontrollen der Bausubstanz statt. Das werde auch noch eine Weile so weitergehen, weiß eine Bonita-Verkäuferin. Auch andere anliegende Einzelhändler sind von den Arbeiten betroffen. So ist der Zugang zum Kosmetikstudio Doris am Eichenforstplatz durch einen Kran, Baumaterial und einen Bauzaun erschwert: Nur ein kleiner Weg ermöglicht es den Kunden, an dem schweren Gerät vorbeizukommen.

Hussel konnte seit der Schließung im September nicht wieder öffnen. Im Zuge der Bauarbeiten musste der Süßwarenladen komplett entkernt werden. Im hinteren Teil des Geschäfts fehlt die Wand zum Innenhof. Dort liegen Holzlatten und Schutt. Baufahrzeuge fahren durch die von fingerdickem Staub bedeckten ehemaligen Geschäftsräume. Wie es mit dem Süßwarenhändler in der Fußgängerzone weitergeht, ist unklar. Bauleiter Braun weiß nichts über die Pläne von Hussel. Die Firma wollte sich auf Anfrage nicht äußern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.