Verurteilter Drogenhändler erhält zwei weitere Jahre Haft
Hinter Gittern bis zum Jahr 2030

Der Mann aus Amberg kann, wenn überhaupt, nur ganz langfristig planen. Denn für die nächsten knapp eineinhalb Jahrzehnte hat er ein Quartier hinter Gittern. Der nun bald 40-Jährige gilt für die Justiz als ein mit allen kriminellen Wassern gewaschener Drogenhändler.

Amberg/Nürnberg. Vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth lief im Sommer 2013 ein spektakulärer Rauschgiftprozess. Dreh- und Angelpunkt war dabei ein Haus in Sulzbach-Rosenberg. Von dort aus liefen illegale Geschäfte im hoch angesiedelten Bereich: Es ging um die Beschaffung und Verteilung von nach Deutschland gebrachtem Marihuana und Heroin. Die heiße Ware wurde kiloweise erworben und an Dealer verhökert. Das Verfahren dauerte Wochen und ging unter strengen Sicherheitsvorkehrungen vonstatten. Dann erhielt ein neben zwei anderen Beschuldigten mit auf der Anklagebank sitzender Amberger vierzehneinhalb Jahre Gefängnis. Damit gingen die Richter nahe an die Höchstgrenze dessen, was auf Drogenhandel im Gesetzbuch steht.

Uneidliche Falschaussage


Danach verschwand der damals 37 Jahre alte Amberger nach längerer U-Haft endgültig hinter den Mauern einer Justizvollzugsanstalt und trat seine rechtskräftig werdende Ahndung an, die von Gerichten in solcher Höhe meist nur gegen Mörder und Totschläger verhängt wird. Vor wenigen Tagen aber musste der Mann nun erneut vor der Justiz erscheinen. Diesmal auf Ladung einer Nürnberger Amtsrichterin. Es ging um uneidliche Falschaussage, die in der Konsequenz zwei weitere Jahre Haft mit sich brachte. Damit war das Rad der Verbüßung für den Mann gleichsam auf Anfang gestellt. Mit anderen Worten: Freilassung etwa im Jahr 2030. Wenn man ihm nicht wegen guter Führung einen Nachlass gewährt.

In dem Prozess ging es um die vor fünf Jahren angeblich erfolgte Lieferung von jeweils drei Kilogramm Marihuana über Sulzbach-Rosenberg in den Nürnberger Stadtteil Langwasser und danach in ein Lokal der Nürnberger Innenstadt. Die Empfänger dieser heißen Ware hatten in einer gesonderten Verhandlung Freiheitsstrafen erhalten, wobei der Amberger als Zeuge in dem Verfahren standhaft behauptete, er habe seinerzeit die Marihuana-Transporte nach Nürnberg nicht ausgeführt und deshalb die Drogen auch nie an die fraglichen Leute übergeben. Dass er in Nürnberg war, räumte der Angeklagte ein. Aber eigentlich nur zu Besuchszwecken und ohne Rauschgift. Einer der Männer gehörte zu seiner Verwandtschaft. Die Richterin glaubte das nicht. Sie verhängte zwei Jahre Haft.

Anwalt geht in Berufung


Unmittelbar nach dem Urteil legte der Amberger Anwalt Jörg Jendricke, wie er auf Anfrage mitteilte, für seinen Mandanten Berufung gegen die Entscheidung zum Landgericht Nürnberg-Fürth ein. Einer Einstellung des Falschaussage-Verfahrens wegen der bereits rechtskräftigen Haftstrafe hatte sich die Nürnberger Staatsanwaltschaft widersetzt.
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