Vorsitzender Achim Hüttner appelliert an Stadträte: Anliegerstellplätze statt ...
„Das ist Dekadenz“

Mit einem offenen Brief reagiert Achim Hüttner, Vorsitzender des Vereins Menschengerechte Stadt, auf die jüngsten Unwetterkatastrophen. Sie sollten nach seiner Ansicht Anlass dafür sein, umzudenken.

"Es wäre verantwortungslos, die seit Jahrzehnten bekannten Warnungen der Klimaforscher weiterhin zu ignorieren", schreibt Hüttner und schlägt die Brücke zur Tiefgarage: "Der Anteil des Autoverkehrs in Deutschland am CO2-Ausstoß beträgt 25 Prozent." Seiner Meinung nach ist es "das falsche Signal, wenn wir, unbeeindruckt von der Entwicklung, weiter den Individualverkehr präferieren, wie es mit der geplanten teil-öffentlichen Tiefgarage in der Altstadt geschehen soll". Obwohl seinen Angaben nach bereits jetzt täglich 400 Tiefgaragenplätze leerstehen, plane man nur einen Steinwurf entfernt eine weitere Tiefgarage für rund sechs Millionen Euro. Hier seien die Kosten für das Einfahrtbauwerk, Sicherungsmaßnahmen für Gebäude, Kanalverlegung, etc. noch nicht eingerechnet Das Argument hierfür laute, dass die vorhandenen Parkmöglichkeiten nicht angenommen werden, weil sie zu weit weg seien. "Das ist Dekadenz, ein kultureller Niedergang, was Lebensgewohnheiten und Lebensansprüche anlangt und zudem fantasielos. Warum nicht die bestehenden besser bewerben, Anreize schaffen und eventuell umbauen? Zu glauben, man könne die Probleme des Einzelhandels mit noch mehr Parkplätzen lösen, ist naiv angesichts des expandierenden Internethandels."

Hüttner stellt die Frage: "Warum ist unser Stadtrat so rückwärtsgewandt?" Er verweist auf das Aktionsbündnis "Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland - Weichenstellung bis 2050". Hier streben Umweltverbände wie VCD, WWF, BUND, Germanwatch und NABU bis 2050 eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 95 Prozent an. "Amberg täte gut daran, solche Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen", sagt Hüttner und fordert weitere Antworten: "Warum diskutiert man nicht noch einmal die Pläne der Stadtbau für eine Bebauung des Bürgerspitalgeländes, in denen eine viel kleinere Anliegergarage vorgesehen ist? Warum zeigt man den Bürgern nicht die Visualisierung der geplanten Einfahrt? Warum ist der Investor immer noch geheim?"

Hüttner appellierte an die Stadträte, die geplante Tiefgarage auf Anliegerstellplätze zu beschränken und auf eine Einfahrt über die Bahnhofstraße zu verzichten, da sie das historische Stadtbild am Eingang der Altstadt dauerhaft zerstören würde.

Es gibt eine Vielzahl von Fragen, deren Beantwortung man der Öffentlichkeit immer noch schuldig ist.Achim Hüttner, Vorsitzender des Vereins Menschengerechte Stadt
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