Wallfahrtskirche Mariahilf erhält eine Heilige Pforte
Am Berg bald alle Sünden los

Pater Janusz Wrobel hält schon mal die Tür der Heiligen Pforte auf, während seine Mitbrüder Xaver Skrobis und Seraphin Broniowski (von links) das Symbolbild des Heiligen Jahres vom barmherzigen Jesus zeigen. Diese Darstellung haben die polnischen Franziskaner in ihrer Ordensprovinz besorgt - in Krakau, wo das Originalbild der göttlichen Barmherzigkeit hängt. Bild: Steinbacher

Mit dem Mariahilfberg fühlt sich Amberg von jeher dem Himmel sehr nah. Bald führt von hier tatsächlich eine Tür Richtung Seelenheil. Die Bergkirche bekommt im vom Papst ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit eine Heilige Pforte. Eröffnet wird sie am Vorabend des Palmsonntags, am Samstag, 19. März, um 16 Uhr.

Diese frohe Botschaft hat Pater Janusz Wrobel, der Leiter des Franziskanerklosters, am vergangenen Wochenende in allen Gottesdiensten am Berg verkündet, nachdem vom Bistum Regensburg die entsprechende Mitteilung ergangen war. Und nicht nur er selber hat sich darüber gefreut, sondern auch viele Gläubige. Der Guardian hat nach eigen Worten ein "Strahlen" auf den Gesichtern der Menschen bemerkt, als sie von dieser Ehre für Ambergs Wahrzeichen erfuhren.

Erstmals außerhalb Roms


Wie berichtet, hat Generalvikar Michael Fuchs neben zwei Kirchen in Regensburg und Kösching acht weitere Gotteshäuser der Diözese zu Jubiläumskirchen samt Heiliger Pforte im noch bis 20. November dauernden Jahr der Barmherzigkeit erhoben. Das geht zurück auf den Wunsch von Papst Franziskus, dass es erstmals in der Geschichte der katholischen Kirche auch außerhalb Roms diese Portale geben soll.

Das Besondere an ihnen in Verbindung mit dem Heiligen Jahr ist ihre Ablassmöglichkeit. Heißt konkret: Wer durch ein solche Pforte geht und einige weitere Bedingungen erfüllt, der erhält die Lossprechung von seinen Sünden. Diese Chance wollte der Papst diesmal vor allem auch älteren und kranken Menschen geben. Sie haben oft nicht die Möglichkeit, nach Rom zu kommen und dort durch eine Heilige Pforte der vier damit ausgestatteten großen Basiliken zu gehen. Deshalb gibt es erstmals weltweit in allen Bistümern weitere Kirchen, die diese Gelegenheit bieten.

Seitentür besser für Kranke


Wobei bei der Bergkirche nicht das Hauptportal am Ende der langen Freitreppe dafür ausgewählt wurde, sondern der Seiteneingang an der Westseite. Er ist nämlich durch den barrierefreien Zugang samt Auffahrtsrampe für Rollstuhlfahrer besser zu erreichen - gerade für Kranke und ältere Leute, die der Papst ja in den Fokus dieser Maßnahme genommen hat, wie Pater Janusz erläutert. Die Tür selbst soll bis zum Palmsamstag neben Blumenschmuck eine besondere Tafel erhalten, die sie als Heilige Pforte ausweist. Eröffnet wird sie am 19. März in der Vorabendmesse zum Palmsonntag voraussichtlich vom Klosterleiter und Regionaldekan Ludwig Gradl als höchstem Vertreter der katholischen Kirche im Umkreis.

Ablass für SündenFür den vollkommenen Ablass schreibt die katholische Kirche folgende Bedingungen vor:

Beichte Eucharistie mit Empfang der Kommunion - dabei Gebet nach Meinung des Papstes (ein Vaterunser und ein Ave Maria) Besuch der Ablasskirche und Gebet nach freier Wahl Freisein von "jeder Anhänglichkeit an Sünden"

Laut Kirche reicht die einmalige Beichte, um mehrere vollkommene Ablässe zu empfangen. Einmalige Kommunion und einmaliges Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters genügen jedoch nur zur Gewinnung eines einzigen vollkommenen Ablasses. Wer die Bedingungen nicht vollständig erfüllt, erhält einen Teilablass.
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