Warten auf Sankt Nimmerlein
Renovierung der Katharinenfriedhofskirche

Eine Sanierung der Friedhofskirche, erbaut 1387, ist unausweichlich - nur über die Art und Weise sind Kirchenverwaltung und Diözese unterschiedlicher Ansicht. Sicher ist, dass jetzt für eine Million Euro zunächst die Fassade und Dachstuhl aufgehübscht und gesichert werden. Bild: Steinbacher

Eigentlich hätte mit der Sanierung schon längst begonnen werden sollen. Dekan Markus Brunner ärgerte sich selbst am meisten über die Verzögerung bei der Renovierung der Friedhofskirche St. Katharina. Und deshalb schrieb er auch an den Bischof - mit mäßigem Ergebnis.

Immerhin mit der Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt soll jetzt begonnen werden. Der zweite, die Sanierung des Innenraumes, steht noch in den Sternen. Und damit ist auch noch nicht sicher, ob und wann die Friedhofskirche überhaupt wieder genutzt werden kann. Befriedigend sei der gesamte Verlauf nicht, sagte Brunner auf Nachfrage der AZ. Er betonte, dass hinter den Kulissen enorm viel passiert sei. Seit zwei Jahren wurden "unzählige Gespräche" geführt. Da die Genehmigung und Gewährung des Großteils der Zuschüsse sowohl von der Diözese Regensburg als auch vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege abhängt, habe die Kirchenverwaltung nur bedingt Einfluss auf den Lauf der Dinge. "Wobei der Bischof selbst von allen das meiste Verständnis gezeigt hat", sagte Brunner. Nach seinem Brief an das Kirchenoberhaupt bekam er eine Einladung. Der Dekan und Kirchenpfleger Hans Paulus reisten nach Regensburg, um sich dort mit Bischof, Generalvikar sowie Vertretern des bischöflichen Baureferats zur Krisensitzung zu treffen. Die grundlegende Frage, "Wann startet endlich die Sanierung von St. Katharina?", sei zur Hälfte beantwortet. Der Weg für den ersten Bauabschnitt ist frei. Darunter fällt allerdings ausschließlich die Sanierung der Außenhaut. Hier wurden Kosten von einer Million Euro veranschlagt. Noch mal so viel würde auch die Innenrenovierung kosten, die einen zweiten Bauabschnitt notwendig macht.

Der ist allerdings nicht genehmigt. Hier sei den Ambergern gesagt worden, dass die Sanierung von St. Georg bald anstünde und diese Priorität genieße. Dort stimme die Statik nicht, und es seien Risse in der Decke. Also ein Aufschub bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag? "Allein können wir die Innenrenovierung von St. Katharina nicht stemmen", verdeutlichte Brunner. Etwa eine Million Euro würde eine ordnungsgemäße Sanierung im Inneren kosten. Die Stiftungsaufsicht würde lediglich kosmetische Reparaturen bezahlen. "Aber wir wollen keinen leeren Torso", sagte Brunner, der sich für St. Katharina auch deshalb besonders einsetzt, da die Friedhofskirche vielen Trauernden und Gläubigen am Herzen liegt. (Angemerkt)

Wir wollen doch keinen leeren Torso mit einem niemals endenden Provisorium.Dekan Markus Brunner
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