Warum Darmkrebs-Vorsorge so wichtig ist
Heilungschancen fast bei 90 Prozent

Prof. Dr. Volker Groß (links) und Dr. Georg Brugger (rechts) nahmen ihren Zuhörern die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung. Das Unangenehmste sei das Trinken des Abführmittels. Bild: Mariella Kramer (Klinikum)

Mit rund 70 000 Neuerkrankungen jährlich zählt Darmkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Rechtzeitig erkannt ist die Erkrankung laut einer Mitteilung aus dem Klinikum St. Marien allerdings gut behandelbar und lässt sich häufig sogar vermeiden. Wie genau das geht und welche Möglichkeiten der Früherkennung und Therapie es gibt - das erfuhren Interessierte beim Ratgeber Gesundheit. Referenten waren Prof. Dr. Volker Groß (Chefarzt der Medizinischen Klinik II) und Dr. Georg Brugger, Leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

"Darmkrebs ist eine Erkrankung, die sich sehr langsam und meist aus gutartigen Vorstufen wie Polypen heraus entwickelt. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen bei dieser Krebsart so sinnvoll", erklärte Groß. Standardverfahren wie der Test auf verstecktes Blut im Stuhl werden von den Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr übernommen, eine Spiegelung ab 55. "Wenn in der Familie bereits Darmkrebs aufgetreten ist, sollten Sie schon früher einen Facharzt aufsuchen. Im Idealfall mindestens zehn Jahre, bevor die Erkrankung bei ihrem Angehörigen ausgebrochen ist", riet der Experte außerdem.

Die Vorteile der Prävention: In einem frühen Stadium erkannt, kann Darmkrebs in bis zu 90 Prozent aller Fälle geheilt werden. "Die Chancen sind damit so hoch wie bei kaum einer anderen Krebsart", warb der Chefarzt und zerstreute landläufige Bedenken in Bezug auf die Darmspiegelung: "Das Verfahren ist heute überaus sicher. Sie werden in einen kurzen Schlaf versetzt, so dass Sie von der Untersuchung fast nichts mitbekommen. Sie dauert in der Regel auch nur 15 bis 45 Minuten und hat den Vorteil, dass wir Polypen - die Vorstufen von Darmkrebs - direkt entfernen können. Das Unangenehmste für die Patienten ist das Trinken des Abführmittels."

Wird ein bösartiger Tumor entdeckt, ist in der Regel eine Operation erforderlich. "Hierbei entfernen wir den betroffenen Darmabschnitt einschließlich seiner Lymphabflusswege", sagte Chirurg Dr. Georg Brugger, der über die Behandlungsmethoden referierte. Ein künstlicher Darmausgang, vor dem sich die meisten Betroffenen fürchten, sei nur noch sehr selten nötig. Je nach Stadium und Sitz des Tumors könne es allerdings sein, dass zusätzlich zur Operation noch andere Verfahren wie Bestrahlung oder Chemotherapie zum Einsatz kommen. Vorsorge und Prävention sind bei Darmkrebs aber nach wie vor das beste Mittel.

Nach der Sommerpause geht es mit dem Ratgeber Gesundheit weiter. Am Dienstag, 11. Oktober, informiert Dr. Ralf Weiser, Chefarzt der Urologischen Klinik, über Harnleiden. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Speisesaal des Klinikums St. Marien.
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Miriam Müllers aus Birgland | 29.07.2016 | 13:05  
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