Was tun bei Rhythmusstörungen?
Taktloses Herz braucht Hilfe

Harmloses Herzstolpern oder gefährliche Rhythmusstörung? Viele Betroffene sind sich unsicher, bei welchen Anzeichen sie zum Arzt gehen sollten. Beim Ratgeber Gesundheit erfuhren die Zuhörer im Klinikum St. Marien, wann gehandelt werden muss.

Amberg. (tk) Die Informationen aus erster Hand hatte laut einer Pressemitteilung Oberarzt Thomas Hauser mitgebracht. Der Kardiologe referierte über Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten bei krankhaften Herzrhythmusstörungen.

In Ruhe zieht sich das Herz in einer Minute etwa 60 bis 100 Mal zusammen und pumpt so über den Tag verteilt rund 7000 Liter Blut durch den Körper. "Unsere natürlichen Schrittmacher, der sogenannte Sinus- und der AV-Knoten, erzeugen dabei elektrische Impulse, die dem Herz sagen, in welchem Rhythmus es schlagen soll", sagte Oberarzt Thomas Hauser. Kommt es zu Fehlleitungen, gerät das Herz aus dem Takt und arbeitet unkoordiniert, so dass weniger Blut gepumpt wird. Was dann passiert, veranschaulichte der Kardiologe am Beispiel seines Hobbys, dem Rudern: "Alle im Boot richten sich an dem Schlagmann aus. Kommt dennoch einer aus dem Takt, gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht. So ist es auch mit dem Herzen."

Doch auch bereits Freude, Ärger, Stress oder körperliche Belastung könnten das Herz aus dem Takt bringen. Das sei erst einmal nicht weiter besorgniserregend. Hauser: "Alarmiert sein müssen Sie erst, wenn beispielsweise ohne erkennbaren Grund Herzrasen auftritt." Weitere Warnsignale sind Schwindelgefühl, plötzlicher Leistungsabfall, Luftnot oder Brustschmerzen. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. Rhythmusstörungen lassen sich mit einem Ereignisrekorder abklären. Mithilfe eines relativ kleinen operativen Eingriffs wird das Gerät mit der Größe eines USB-Sticks in den Körper eingesetzt, wo es zwei bis drei Jahre lang Auffälligkeiten aufzeichnet. Liegt eine gefährliche Herzrhythmusstörung vor, können Schrittmacher oder Defibrillator das Organ wieder in Gleichklang bringen. Fortschritte sind laut Hauser in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet der kabellosen Herzschrittmacher erzielt worden. Und wie sieht das Leben mit Herzschrittmacher oder Defibrillator aus? Hausers Tipps: Elektromagnetische Felder meiden, Handy nicht in der Brusttasche aufbewahren sowie auf Körperfettwaagen und elektrische Heizkissen verzichten.

Nächster TerminBeim letzten Ratgeber Gesundheit des Jahres geht es am Dienstag, 13. Dezember, ab 18 Uhr im Speisesaal des Klinikums um die Fragestellung: Wie sinnvoll ist das Mammografie-Screening?. Referentin ist Dr. Gudrun Kramer, Leitende Radiologie-Oberärztin. (tk)
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