Weihbischof Pappenberger eröffnet Festwoche auf dem Mariahilfberg
Brexit bewegt Bergbeginn

Tagsüber am Samstag und am Sonntag war das Wetter zum Feiern auf dem Festplatz im Schatten der Kirche gut geeignet. Umgekehrt stand auch die Bergkirche beziehungsweise das Franziskanerkloster, das allein an diesen zwei Tagen - gestern mit Unterstützung der Pfarrei St. Martin - zwölf Messen, Andachten und Empfänge für Wallfahrtsgruppen bot, nicht im Schatten. Bilder: Steinbacher (3)

Drinnen spendete der Weihbischof den Segen, draußen gab's das Wasser dazu. Und zwar reichlich. Die offizielle Eröffnung des Bergfests am Samstagabend begleitete ein Gewitter, das die in die Kirche verlegte Messe doppelt füllte. Weil die Menschen hereindrängten, wie es sich die Kirche nur wünschen kann.

Nein, Spaß beiseite. Es waren die Gläubigen, die vorm Freialtar Platz genommen hatten und über Lautsprecher den aus der Bergkirche übertragenen Gottesdienst mitverfolgen wollten. Als die Wolken immer dunkler und der stürmische Wind immer kräftiger wurden, flüchteten viele von ihnen ins Innere und entkamen dort den heftigen Schauern, die bis in die Nachtstunden immer wieder auflebten. Der erste gemütliche Abend am Berg fiel somit schon mal ins Wasser.

Wenigstens hatte aber tagsüber und dann am Sonntag die meiste Zeit die Sonne das Sagen, so dass das erste Feier-Wochenende nicht komplett baden ging. Ist ja fürs Bergfest als größte Freiluftveranstaltung in Amberg über insgesamt neun Tage (bis Sonntag, 3. Juli) immens wichtig. Doch im Franziskanerkloster, das fürs umfangreiche geistliche Programm zuständig ist, nimmt mal solche Erlebnisse zum Start mittlerweile gelassen. Tatsächlich hat nach den Worten von Guardian Pater Janusz Wrobel Regen zum Auftakt eine gewisse Tradition. Möglicherweise als Segenswasser von oben, das es für eine erfolgreiche Woche braucht. So gesehen macht also die verhagelte Eröffnung "sowieso nix", wie der Pater am Ende der Messe schmunzelnd meinte. Sein Wort in Gottes Ohr.

Bezug zu Briten und Beten


Überhaupt war es der Wunsch von Weihbischof Reinhard Pappenberger gewesen, drinnen zu feiern, weil Mariahilf ja eine Jubiläumskirche inklusive Heiliger Pforte im vom Papst ausgerufenen Jahr der Barmherzigkeit ist. Klar, dass der Gast aus Regensburg, der die Eröffnung ebenso traditionell bestreitet, darauf in seiner Predigt einging. Und nicht nur das. Er schaffte es gar, den Bezug zum Brexit und weiteren aktuellen und vergangenen Ereignissen der Weltgeschichte herzustellen ("Angemerkt").

Ausgehend von der einst schwierigen Katholisierung Polens machte er den Schwenk zum Franziskanerkloster und seiner 2007 von der Krakauer Ordensprovinz übernommenen Wallfahrtsseelsorge: "Dass heute auf dem Mariahilfberg die Söhne Polens unser Gnadenbild hüten, halte ich immer noch für ein Wunder", sprach Pappenberger ein Lob für diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus. Wieder aufkeimende Grenzen in Europa, nicht nur im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, bereiteten ihm aber auch Sorgen und er appellierte an mehr Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. In diesen "bedrängten Zeiten" solle man auf das Gnadenbild der Gottesmutter schauen und sie als Fürsprecherin anrufen, "damit wir Zukunft und Hoffnung haben".
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