Weihnachtliche Freude bei Betriebsrat und IG Metall nach Rettung der Luitpoldhütte
Christkindl für die Hütterer

Horst Ott, Erster Bevollmächtigter IG Metall Amberg. Bild: Hartl
 
Christian Zwack, Betriebsratsvorsitzender der Luitpoldhütte. Bild: Hartl

Details über Regelungen, die mit den neuen Eigentümern der Luitpoldhütte (LH) getroffen wurden, erfährt die Belegschaft in einer Betriebsversammlung, die nach Ablauf der Werksferien für Montag, 11. Januar, terminiert ist. Drei Punkte aber stehen bereits: Es wird Einbußen für die Mitarbeiter geben, für die Dauer der nächsten drei Jahre sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen und Ogepar investiert.

Von Erich Lobenhofer

Es ist wie ein großes Paket zu Weihnachten: Die Erleichterung bei den verbliebenen 360 Beschäftigten ist greifbar. Am Mittwoch gingen die von Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl, LH-Betriebsratsvorsitzendem Christian Zwack und IG-Metall-Bevollmächtigtem Horst Ott unterzeichneten Informationsbriefe an das Personal hinaus, in denen die Freude über die erfolgreichen Sanierungsbemühungen für die Hütte deutlich zum Ausdruck kommt. Darin wird den Kollegen versichert, dass die Ogepar-Holding den Geschäftsbetrieb per 1. Januar übernimmt und als eigenständige GmbH weiterführt.

Das Arbeitsverhältnis gehe automatisch auf die neue Gesellschaft über. Details würden in einem eigenen Ergänzungstarifvertrag geregelt. Mit dem Wunsch für ein frohes Weihnachtsfest ist in dem Schreiben zugleich folgende Zusicherung enthalten: "Die Luitpoldhütte wird damit wieder zu einem stabilen und sicheren Arbeitgeber."

In ganz oberer Reihe


Christian Zwack meinte zur Entwicklung: "Wir sind richtig glücklich, dass wir so einen finanzstarken Partner gekriegt haben." Werde das vorgelegte Gesamtkonzept verwirklicht, "dann finden wir uns wieder in der ganz oberen Reihe der Gießereien", war er sich sicher.

Den nicht wegzudiskutierenden Einschnitten zulasten der Belegschaft stünden Investitionen in Produktionsanlagen gegenüber, etwa in die Sandaufbereitung und in die Formerei. Zudem werde seitens des Investors Geld für den Lärm- und Umweltschutz in die Hand genommen.

Zwack war es ein Anliegen, sich bei der Politik für deren Rückendeckung zu bedanken, exemplarisch nannte er Oberbürgermeister Michael Cerny und Bayerns Finanzstaatssekretär Albert Füracker.

Vorzug bei Einstellungen


Bei alledem wollte der Betriebsratsvorsitzende "die 115 Leute nicht vergessen, die in die Transfergesellschaft wechseln mussten". An sie richtete er die Botschaft: "Ihr gehört noch immer zu uns. Ich wünsche euch auf diesem Wege frohe Weihnachten und eine gute Zukunft." Und er ergänzte abschließend: "Ich will möglichst viel von diesen Kollegen wieder zurückholen, wenn es geht." Sie genössen bei Einstellungen den Vorzug. Auch das sei mit Ogepar so vereinbart.

Sehr zuversichtlich war am Tag vor Heiligabend der Erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg, Horst Ott. Aus dem Urlaub heraus sagte er gegenüber unserer Zeitung: "Aus jetziger Sicht sind die Weichen für eine gute Zukunft der Luitpoldhütte gestellt."

In den zurückliegenden Wochen habe es viele Investorenvorschläge gegeben, die zu untersuchen waren. Dass die Wahl auf Ogepar als Käufer der LH gefallen sei, liege nicht zuletzt am Gesamtkonzept der Holding, inklusive der Eigenfinanzierung. Die Unterredungen zwischen den neuen Eignern und den Gewerkschaftsvertretern seien stets auf Augenhöhe gelaufen - auch wenn es sprachliche Barrieren zu überwinden galt: "Wir haben Tarifverhandlungen auf Deutsch, Holländisch und Französisch geführt", verdeutlichte er die Situation. Festgezurrt sei in dem nun unterzeichneten Werk nicht nur der Verzicht auf Leistungen seitens der Belegschaft, sondern auch Investitionen in Höhe von 15 Millionen Euro. Ebenso vereinbart wurde, dass es zumindest für die Dauer von drei Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.

26 Prozent gehalten


Am Mittwoch meldete sich Bayerns Finanzminister Markus Söder in Sachen LH zu Wort. Schließlich hielt der Freistaat Bayern bis zur Anmeldung der Insolvenz einen Anteil von 26 Prozent an der Hütte. Zu der Übernahme durch Ogepar sagte er: "Eine ehemalige Staatsbeteiligung erhält damit eine langfristige Zukunftsperspektive in einem Privatkonzern." Die LH-Belegschaft habe durch ihr Engagement und durch Zugeständnisse mit zu der erfolgreichen Übernahme beigetragen.
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