Wenn Bilder lügen (oder so tun, als ob)

Das weiß ja jeder: Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Was einem nicht immer bewusst ist: Genau mit dieser Methode lügen sie auch (manchmal). Wie die Szenerie mit dem gelben Citybus, der am Freitagabend mit eingeschalteter Warnblinkanlage in der Katharinenfriedhofstraße stand. An seinem Heck ein weißer SUV. Ein paar Meter weiter hinten ein Warndreieck.

Auf den ersten Blick ein klarer Fall: Autofahrer passt nicht auf, sieht den Bus zu spät, kann nicht mehr rechtzeitig bremsen, landet hinten auf dem Gefährt. Was in dieser pfeilschnellen Analyse mitschwingt: Empörung - weil der SUV-Pilot in der Nähe eines Busses nicht aufmerksam ist. Besorgnis - ob der Aufprall die Passagiere, so denn welche im Bus waren, durchgerüttelt oder gar verletzt hat? Vorurteile - typisch SUV-Fahrer.

Eine Nachfrage bei der Polizei bringt Aufklärung (und viele neue Erkenntnisse): Den Mann im Auto trifft keine Schuld. Der Bus fuhr rückwärts, sein Fahrer (34) übersah dabei wohl den "im fließenden Verkehr stehenden Pkw" eines 45-Jährigen aus Sulzbach-Rosenberg. Der wurde dabei leicht verletzt und begab sich in ärztliche Behandlung. Beide Fahrzeuge trugen leichte Schäden davon. Oh. Hat jetzt eigentlich das Bild gelogen oder die Fantasie des Betrachters?
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