Wer mal muss, muss nicht mehr suchen
Nette Toilette auch in Amberg

Ab heute sind kostenfreie Toilettenbesuche in bestimmten Gaststätten möglich. Über die neue Zusammenarbeit zwischen Stadt und Gastgewerbe freuen sich (von links): Oberbürgermeister Michael Cerny, Martina Meixner (Leiterin der Tourist-Info), Eva Graf (Geschäftsführerin Casino-Wirtshaus), Herbert Hottner (Inhaber Café Zentral), Heidi Demel-Schmidkonz (Geschäftsführerin Schloderer-Bräu) und Kulturreferent Wolfgang Dersch. Bild: Hartl

Wer in der Innenstadt mal muss, muss erstmal suchen: Wo ist die nächste Toilette? Seit heute gibt es darauf vier Antworten mehr. Gaststätten und Stadt starten gemeinsam eine neue Aktion: Die nette Toilette.

Vorbild ist die Stadt Aalen (Baden-Württemberg), die im Jahr 2000 auf die Idee gekommen war, Toiletten in Gaststätten öffentlich zu machen, die Wirte dafür zu bezahlen und sich so eine Menge Geld zu sparen. Mittlerweile gibt es bundesweit über 200 Nachahmer, zu denen jetzt auch Amberg gehört. Denn auch hier geht es ums Geschäft.

Egal, ob Einheimische oder Touristen, alle treibt die Frage um: Wohin, wenns dringend wird? Öffentliche Toiletten in der Innenstadt sind rar. Notgedrungen schleichen Passanten deshalb häufig in das nächste Café, um sich zu erleichtern. Dabei hoffen sie, vom Personal möglichst nicht gesehen zu werden und keine Fragen gestellt zu bekommen.

Meist ist so ein erschlichener Toilettenbesuch kein Problem, doch auch die Wirte müssen ihre WC sauberhalten und sicherstellen, dass alles funktioniert. Wenn Toilettenschleicher nichts essen oder trinken, bleibt der Wirt auf den Kosten sitzen.

Mehr Toiletten in der Stadt


Dagegen gibt es jetzt Abhilfe, denn Amberger Gastronomen haben mit der Stadt eine neue Vereinbarung geschlossen. Gemeinsam nehmen sie an der bundesweiten Aktion "Nette Toilette" teil. Café Zentral, Casino, Rußwurmhaus und Schloderer-Bräu stellen ihre Örtlichkeiten öffentlich und kostenfrei zur Verfügung. Dafür erhalten sie eine Aufwandsentschädigung von der Stadt. Beim Pressegespräch im Café Zentral bedankte sich Oberbürgermeister Michael Cerny für die Zusammenarbeit. "Es ist nicht unbedingt ein Stammtischgespräch, aber wir wissen aus Anfragen, dass es viele Menschen bewegt." Die Initiative sei vom Stadtrat ausgegangen, berichtete Cerny. Auf einen überfraktionellen Antrag hin sei die Teilnahme an der Aktion beschlossen worden.

Die Schilder mit lächelnden Toiletten, die auf die Aktion hinweisen, finden Touristen und Einheimische bereits in über 200 Städten und Gemeinden in Deutschland. Sie zeigen an, dass hier der Besuch der Örtlichkeiten kostenfrei und unkompliziert möglich ist. "Die Touristen kennen dieses Zeichen", ergänzte Kulturreferent Wolfgang Dersch. "Sie wissen, ich kann dort rein- und rausgehen." Auch Nürnberg, München und Regensburg machen bereits mit.

"Wir wollen, dass sich unsere Besucher in der Altstadt wohlfühlen. Dazu gehört auch eine ausreichende Anzahl an Toiletten", betonte die Leiterin der Tourist-Information, Martina Meixner, und stellte die Flyer vor. Sie beinhalten die Standorte der öffentlichen und der neuen "netten Toiletten" in der Innenstadt. Es gibt auch eine App, die alle Standorte anzeigt, ergänzte Dersch. Die Leiterin der Tourist-Info würde gerne noch weitere Betriebe für die Teilnahme gewinnen und bittet deshalb Gastronomen und Einzelhändler, sich bei Interesse bei ihr zu melden.

Allen ist geholfen


Dersch fällt gleich spontan noch ein eigenes Motto für die Aktion ein: Pünktlich zur Tourismussaison sorge die Stadt für Erleichterung, scherzte er. Das helfe nicht nur den Gästen, sondern auch den Gastwirten, die ihrerseits von der größeren Attraktivität der Innenstadt profitierten.

Es ist nicht unbedingt ein Stammtischgespräch, aber wir wissen aus Anfragen, dass es viele Menschen bewegt.OB Michael Cerny
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